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TOP 4 – Videoqualität

Schon beim Test der NEX-6 und NEX-7 hat mich die Videoqualität der Kameras erstaunt. Bisher ist das Thema Video immer das Letzte auf meiner Test-Liste und irgendwie ein bisschen lästig. Ich bin nun mal Fotograf und kein Videot. Außerdem kann ich Beispielfilme nicht ohne Probleme im Internet zeigen, da man nirgends Videos in voller HD-Auflösung mit 50p hochladen kann – und nur das macht Sinn, wenn man die Qualität wirklich beurteilen will. Bei den letzten Kameras, die ich getestet habe, habe ich gemerkt, dass Video doch Spaß machen kann, und: die Ergebnisse begeistern mich. Mit den NEXen habe ich Videos in voller HD-Auflösung mit 50p und einer Datenrate von 28 Mbit/s. gedreht. Und ganz ehrlich: die Qualität ist genial. Sie liegt auf jeden Fall auf dem Niveau eines guten Mittelklasse-Camcorders, wenn nicht sogar darüber. 

Die Bilder sind knackscharf und zeigen brillante Farben. Bei Schwenks läuft das Bild geschmeidig und weich, ohne Schlieren, Ruckeln oder sonstige Störungen. Bei Entfernungswechseln ziehen die Kameras die Schärfe zügig und gleichmäßig nach, ohne lästiges Pumpen. So stelle ich mir Videoaufnahmen mit einer Digitalkamera vor. Mit dem neuen Power-Zoom-Objektiv macht sogar das Zoomen Spaß und gelingt im Handumdrehen – ohne Ruckeln, Wackeln oder Finger-Yoga. Und der Motor des Objektivs ist so leise, dass man ihn tatsächlich in der Aufnahme nur hört, wenn man Stille aufnimmt. Bei normalen Aufnahmen ist der Zoom nicht zu hören.

Apropos hören: Während die Bildqualität der drei NEXen ziemlich identisch ist – zumindest kann ich keine großen Unterschiede erkennen – kann man bei der NEX-7 den Ton aufpeppen. An die NEX-5R lässt sich über den speziellen Zubehörschuh ebenfalls ein Mikrofon anschließen, das Sony SST1 Stereomikrofon (119 Euro). Was aber alle können und ich klasse finde: Das Bild wird über den HDMI-Ausgang ausgegeben – sowohl im Standby, als auch während der Aufnahme. Damit eignen sich die NEXen nicht nur für Youtube-Selbstportraits-Filmchen – wie ich sie regelmäßig drehe –, sondern auch für den professionellen Einsatz. Denn so kann ein externer Monitor angeschlossen werden und das Bild darüber präzise beurteilt werden. Und noch etwas Positives: Sowohl die Bildeffekte, als auch die Einstellungen des Kreativmodus können auch beim Filmen verwendet werden. Sprich: Ein tolles Schwarz-Weiß-Video lässt sich genauso drehen, wie eins mit dem aus der Werbung bekannten Spielzeug-Effekt. Ihr merkt: Meine Begeisterung ist groß. Ach ja, der Ordnung halber erwähne ich es noch mal: Die Kameras haben einen Videoauslöser, mit dem die Aufnahmen gestartet werden. Sollte der mal nicht reagieren, schau im Einstellmenü nach, ob der Punkt "MOVIE-Taste" noch auf "Aus" steht.

Mit beiden Kameras sind übrigens nicht nur Aufnahmen im AVCHD-Format möglich, sondern auch im MP4-Format. Und wozu braucht man das? Wer die Videos gerne auf dem Computer nachbearbeiten möchte, aber einen nicht ganz so leistungsstarken PC hat, stößt mit dem AVCHD-Format schnell an die Grenzen. Und genau dafür ist das MP4-Format ideal. Auch ältere PCs mit geringerer Leistung kommen mit den Dateien klar. Und: Wer Videos auf einem Tablett-Computer, beispielsweise dem iPad, bearbeiten möchte, ist auf dieses Format angewiesen. 
 
Exkurz zu den Themen HD-Video, Bildwiederholfrequenz und Datenrate

Wie die beiden Sonys beweisen, sind die Zeiten, in denen Fotoapparate grieselige, unscharfe und falsch belichtete Filme aufnahmen, längst vorbei. HD (High Definition = Hohe Auflösung) ist heute der Standard. Und was heißt das? Die Videos haben eine Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten, dies entspricht Full-HD. Das ist die gleiche Auflösung, die moderne Flachbildfernseher haben. Zum Vergleich: die ersten Filmchen, die man mit Fotokameras machen konnte, hatten eine Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten, das entspricht 0,3 Megapixel. Die HD-Auflösung hat 2 Megapixel, das ist das knapp siebenfache. Und das sieht man natürlich auch in den Aufnahmen. Neben der Full-HD-Auflösung gibt es auch noch die einfache HD-Auflösung mit 1280 x 720 Bildpunkten. Achtung: Häufig wird bei Kameras für Videos in HD-Auflösung geworben. Meist ist dann aber nur die "kleine" HD-Auflösung von 1280 x 720 Bildpunkten gemeint. Der Unterschied zwischen Full-HD und normalem HD ist auf einem guten TV-Bildschirm sichtbar. Feine Details werden in der Full-HD-Auflösung besser wiedergegeben, feine Strukturen kommen besser zur Geltung.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Bildwiederholrate – sprich: Wie häufig wird das Bild gespeichert. Das Maximum sind 50 Bilder pro Sekunde, auch Bildwiederholrate genannt (zur Ergänzung, damit es kein Gemecker gibt: Profikameras können auch eine Bildwiederholrate von 60 Bildern/Sekunde haben). Um die Verwirrung noch weiter zu vergrößern: 50 Bilder pro Sekunde sind nicht gleich 50 Bilder pro Sekunde. Den kleinen aber feinen Unterschied macht der Buchstabe nach der Bildwiederholrate: 50p oder 50i. Der Buchstabe "p" steht dabei für den Begriff progressive und "i" für interlaced. Und was bedeutet das nun? Bei 50p nimmt die Kamera 50 mal pro Sekunde die volle HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten auf, das ist das Optimum was geht. Bei 50i nimmt die Kamera zwar auch 50 Bilder pro Sekunde auf, allerdings jedesmal nur die halbe HD-Auflösung. Und wie muss ich mir das vorstellen? Das Bild besteht ja aus 1920 Bildpunkten nebeneinander und 1080 Bildzeilen. Im Modus Interlaced nimmt die Kamera bei jedem Bild immer nur jede zweite Zeile auf. Also: Beim ersten Bild werden die Zeilen 1, 3, 5, 7 usw. aufgenommen. Beim zweiten Bild die Zeilen 2, 4, 6, 8 usw. Für die Kamera bedeutet das schlicht und ergreifend: weniger Rechenarbeit, da nur die Hälfte der Daten verarbeitet werden muss. Und welchen Unterschied macht das für den Betrachter und die Bildqualität? Theoretisch sollte ein Unterschied zwischen 50p und 50i sichtbar sein. Praktisch wirkt der sich allerdings nur dann aus, wenn sich im Motiv Dinge befinden, die sich schnell bewegen. Denn dann passen die jeweiligen Halbbilder nicht mehr perfekt zueinander und man hat das Gefühl, das Bild ist minimal unscharf. Bei den Dingen, die sich schnell bewegen, können außerdem leichte Schlieren sichtbar sein. Bei Motiven, in denen sich nur wenig bewegt, ist der Unterschied zwischen 50i und 50p praktisch nicht sichtbar. Viele Kameras bieten die Möglichkeit, zwischen 50i und 25p zu wählen. Sprich: entweder macht die Kamera 50 Halbbilder pro Sekunde oder 25 Vollbilder pro Sekunde. Mein Tipp: Bei "schnellen" Motiven wählt man 25p, bei ruhigen Motiven 50i.

Noch ein weiterer Parameter ist wichtig. Das ist die sogenannte Datenrate. Beim Aufnehmen des Videos werden die Filmdaten von der Kamera komprimiert. Das ist ähnlich wie beim Fotografieren das JPEG-Format. Die Komprimierung ist erforderlich, da die Datenmenge nicht zu handhaben wäre, wenn jedes Bild unkomprimiert – quasi im RAW-Format – gespeichert würde. So wie es keine einheitliche JPEG-Komprimierung gibt, gibt es auch keine einheitliche Video-Komprimierung. Zwar sind die Filme im sogenannten AVCHD-Format gespeichert und können problemlos wiedergegeben werden – wie bei JPEG-Bildern – dennoch unterscheiden sie sich in der Datenrate. Die wird in Megabit pro Sekunde (MBit/Sek. oder auch Mbps) angegeben. Je höher die Datenrate, um so weniger wurde das Ausgangsmaterial komprimiert und um so besser sollte die Qualität sein. Das Maximum liegt übrigens bei 50 MBit/Sek. Auch hier noch die Ergänzung: Ja es gibt Profi-Kameras, die das Bild unkomprimiert speichern.

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Über die Foto-Bude

Willkommen in der Foto-Bude. Mein Name ist Ralf Spoerer. Im September 2012 habe ich die Foto-Bude gegründet. Davor habe ich mehr als sieben Jahre für eine der führenden Multimedia-Zeitschriften als leitender Redakteur gearbeitet. Bis heute habe ich hunderte Digitalkameras getestet und hervorragende Kontakte zu allen Kameraherstellern aufgebaut. Bei meinen Tests in der Foto-Bude ist es mir wichtig, verständlich zu schreiben. Ich überfrachte meine Artikel nicht mit Unmengen technischer Daten, sondern lege Wert darauf, dem Leser Unterstützung bei seiner Kaufentscheidung zu geben. Aber auch nach dem Kauf sollen meine Berichte eine praktische Hilfe sein, um das best mögliche aus der Kameras herauszuholen. Ich ergänze das mit meinen ausführlichen Videos auf meinem YouTube-Kanal und den Bildern auf Flickr. Noch mehr zum Konzept der Foto-Bude gibt es HIER.

 

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