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Sony Alpha SLT-A99 – Digitale Vollformat-
Spiegelreflexkamera mit feststehendem Spiegel

  • Sony Alpha SLT-A99 – 2800 Euro
    (Preise Stand Februar 2013)

Eine Spiegelreflexkamera ohne Klappspiegel? Das gibt's? Ja, von Sony. Ende 2010 brachte der japanische Multimedia-Konzern die ersten beiden Spiegelreflexkameras mit dieser Technik auf den Markt: Die SLT-A33 (14 Megapixel) und die SLT-A55 (16 Megapixel). In beiden arbeiteten Sensoren im APS-C-Format. Jetzt macht Sony den nächsten Schritt, und bringt mit der SLT-A99 eine Kamera mit Vollformat-Sensor (36 x 24 Millimeter). Damit will Sony in der Riege der Platzhirsche Canon und Nikon mitmischen. Die beiden haben zur Photokina zwei Vollformat-Kameras auf den Markt gebracht: Die Canon EOS 6D und die Nikon D600. Beide Modelle sollen auch für weniger betuchte Fotografen erschwinglich sein und kosten unter 2000 Euro. Die Kamera-Neuheiten habe ich HIER in einem ausführlichen Test gegenübergestellt.

Aber was ist denn nun das besondere an der Sony? Fangen wir mit der Abkürzung SLT an, die für "Single Lens Translucent" steht. Was bedeutet das nun? Bei einer normalen Spiegelreflexkamera ist zwischen Objektivanschluss und Sensor ein Spiegel, der im Winkel von 45 Grad steht und das Licht des Motivs in den optischen Sucher lenkt. So sieht man im Sucher immer das tatsächliche Bild – der wichtigste Vorteil eine Spiegelreflexkamera. Beim Auslösen klappt der Spiegel blitzschnell nach oben, der Verschluss öffnet sich und der Bildsensor zeichnet das Bild auf. Anschließend klappt der Spiegel wieder nach unten. Während der Aufnahme hat man also einen kurzen Moment, in dem das Bild im Sucher verschwindet. Aber nicht nur das Bild verschwindet, sondern in dem Moment kann der Autofokus-Sensor auch nicht mehr arbeiten. Bei Einzelaufnahmen ist das nicht so dramatisch, bei Serienaufnahmen schon. Sony verwendet in seinen SLT-Modellen hingegen einen halbdurchlässigen Spiegel. Der größte Teil des Lichts trifft vom Objektiv auf den Bildsensor. Ein Teil des Lichts wird vom Spiegel auf den Autofokussensor reflektiert. Aber wie gelangt das Bild dann in den Sucher? Gar nicht, denn die SLT-Kameras haben keinen optischen sondern einen elektronischen Sucher. Das Bild im Sucher wird direkt durch den Hauptsensor erzeugt. Drückt man nun den Auslöser, fährt der Verschluss vor den Sensor, so dass dieser kurz schwarz ist und dann öffnet sich der Verschluss entsprechend der vorgegebenen Belichtungszeit. Man hat also auch bei der SLT einen kurzen Moment, in dem das Bild verschwindet. Aber was ist dann der Unterschied zu einer normalen Spiegelreflexkamera?

Bei Einzelaufnahmen gibt es keinen wesentlichen Unterschied, aber bei Serienaufnahmen. Denn da der Spiegel nicht wegklappt, wird das Motiv permanent auf den Autofokus-Sensor gelenkt. Sprich, der kann dauerhaft seinen Dienst versehen und die Schärfe permanent nachführen. Bei einer normalen Spiegelreflexkamera muss der Spiegel nach jeder Aufnahme wieder nach unten klappen, so dass der Autofokus-Sensor wieder kurz das Motiv "sieht" und die Schärfe nachziehen kann. Theoretisch heißt das: Die SLT hat eine höhere Serienbild-Geschwindigkeit und kann präziser fokussieren. Einen weiteren Vorteil kann die Sony bei Videoaufnahmen ausspielen. Bei einer normalen Spiegelreflexkamera klappt der Spiegel während einer Videoaufnahme nach oben, so dass der Autofokus-Sensor quasi "blind" ist. Die Kamera muss nun über den Hauptsensor die Schärfe nachziehen. Das geschieht allerdings nur sehr langsam und klappt bei sich bewegenden Motiven nur bedingt - anders bei der SLT. Da hier der Spiegel nicht nach oben klappt, bekommt der Autofokus-Sensor permanent das Motiv zu "sehen" und kann daher schnell und präzise den Fokus nachführen. Ein weiterer Vorteil: Ich kann entscheiden, ob ich das Bild während des Filmens auf dem Kontrollmonitor oder im Sucher sehen möchte. Du findest das nicht wichtig? Ich schon, denn bei hellem Sonnenlicht sehe ich das Motiv im Sucher immer noch klar und deutlich, außerdem kann ich die Kamera vor dem Auge deutlich stabiler halten. Theoretisch hat die SLT-Technik also viele Vorteile. Ein Nachteil sollte allerdings erwähnt werden: Der halbdurchlässige Spiegel schluckt etwa 1/3 bis 2/3 Blendenstufen. Das wird jedoch durch eine leicht erhöhte ISO-Empfindlichkeit ausgleichen.

In einem YouTube-Video erkläre ich die Unterschiede des Autofokus-Systems zwischen der Sony Alpha SLT-A99 und einer normalen Spiegelreflexkamera: 

Bevor ich mit dem Test beginne, noch ein kleiner Exkurs zur Frage, warum es eigentlich Vollformat-Kamera heißt. Analoge Spiegelreflexkameras haben ein Aufnahmeformat von 24 x 36 Millimeter, und genau dieses Format haben eben Vollformat-Kameras – sie nehmen das volle Kleinbildformat auf. Zu Beginn der digitalen Fotografie gab es keine Sensoren in dieser Größe, also verwendete man kleinere Sensoren. Ein quasi Standardformat für kleinere Sensoren ist APS-C, die Aufnahme-Chips haben eine Größe von 23,6 x 15,8 Millimeter. Nun nehmen diese Sensoren nur einen Teil des vollen Aufnahmeformats von 24 x 36 Millimeter auf. Das heißt: wird an einer solchen Kamera ein Objektiv mit einer Brennweite von 50 Millimeter verwendet, wird mit einem APS-C-Sensor nicht das komplette Format, sondern nur ein Ausschnitt aufgenommen. Der Ausschnitt entspricht in etwa dem eines Objektivs mit 80 Millimeter Brennweite bei einem Vollformatsensor. Man spricht daher vom Brennweiten-Verlängerungsfaktor. Bei APS-C-Kameras beträgt dieser Faktor 1,6. Im Prinzip ist das nicht dramatisch, denn auch Sensoren im APS-C-Format liefern eine Top-Bildqualität. Problematisch wird das Ganze allerdings im Weitwinkelbereich. Kann man bei einer Vollformatkamera mit einem 17-Millimeter-Objektiv schon ein tolles Panorama aufnehmen, muss man – um den gleichen Bildeindruck zu bekommen – an einer Kamera mit APS-C-Sensor ein 10-Millimeter-Objektiv verwenden. Bei so kurzen Brennweiten gibt's dann allerdings Probleme mit Verzerrungen, Vignettierung und Randunschärfen. Vorteile haben Kameras mit APS-C-Sensoren bei Motiven, die hauptsächlich mit Tele-Objektiven fotografiert werden, beispielsweise im Sport oder der Tierfotografie. Denn dann wird aus einem 400-Millimeter-Objektiv eine Linse mit einem Bildwinkel von 640 Millimetern.

Neben dem Brennweiten-Thema hat die Größe des Sensors aber noch auf ein anderes wichtiges Gestaltungsmerkmal der Fotografie Einfluss: die Schärfentiefe. Es gilt: je größer der Sensor, je gezielter kann man die Schärfentiefe einsetzen. So kann ich mit einem 85-Millimeter-Objektiv bei einer Blendenöffnung von f1.8 mit einer Vollformatkamera einen Bereich von nur wenigen Millimetern scharf abbilden. Das gleiche Objektiv an einer APS-C-Kamera bildet dagegen einen sichtbar größeren Bereich scharf ab – wie groß der Bereich genau ist, hängt vom Aufnahmeabstand ab. Einige Beispiele könnt ihr auf meinem Flickr-Account begutachten. Damit ist aber auch klar, für wen sich eine Vollformat-Kamera überhaupt lohnt: Für alle Fotografen, die ganz bewusst mit den Gestaltungsmitteln der Fotografie arbeiten wollen, und die bereit sind, für hochwertige Objektive mit entsprechend hohen Lichtstärken – das heißt Ausgangsblenden von f2.8 und weniger – Geld auszugeben. Für wen all' das kein Thema ist, für den ist eine Vollformatkamera kein Muss.

Jetzt reicht's mit der Theorie – meine Hand ruft nach Arbeit. Und die fühlt sich gut an. Die SLT-A99 liegt richtig gut in der Hand. Selbst mit dem schweren 24-70mm f2.8 Zeiss-Objektiv (955 Gramm, rund 2000 Euro) kann ich die Kamera sicher halten. Der Griff ist wie für meine Hand geschaffen und die Oberfläche ist wunderbar griffig. Alle Bedienelemente der Kamera sind gut erreichbar. Selbst wenn Daumen und Zeigefinger arbeiten müssen, kann ich die A99 sicher halten und habe nie das Gefühl, sie könnte mir entgleiten. Nun könnte man vermuten, dass die SLT besonders groß und schwer ist, denn wuchtig sieht sie schon aus. Also lassen wir die Fakten sprechen: Das Gehäuse bringt rund 750 Gramm auf die Waage. Das ist genauso viel wie die Canon EOS 6D und knapp 100 weniger, als die Nikon D600. Bei den Abmessungen schenken sich die drei Modelle nur wenige Millimeter, mal hat die Eine mehr Breite, mal die Andere mehr Höhe. Bei der SLT-A99 sehen die Maße dann so aus: Breite 14,7 Zentimeter, Höhe 11,1 Zentimeter und die Tiefe ohne Objektiv beträgt 7,8 Zentimeter. 

Neben dem hochauflösenden elektronischen Sucher gibt es auf der Kamerarückseite einen dreh- und klappbaren Kontrollmonitor. Der hat eine Diagonale von 7,5 Zentimetern und eine Auflösung von 1,2 Millionen Bildpunkten. Der Monitor lässt sich nicht nur ausklappen, sondern auch drehen und über die Kamera stellen. So ist er auch von vorne sichtbar und kann für Selbstportraits oder Videoaufnahmen genutzt werden. Die Auflösung ist so hoch, dass das Bild darauf brillant und gestochen scharf aussieht. Gleiches gilt für den elektronischen Sucher. Der ist in OLED-Technik gebaut und hat eine Auflösung von 2,4 Millionen Bildpunkten. Nun war ich ja nie Freund von elektronischen Suchern, aber ganz ehrlich: Der der SLT-A99 begeistert mich. Er löst so fein auf, dass einzelne Pixel praktisch nicht mehr sichtbar sind. Das Bild ist gestochen scharf, hell und kontrastreich. Anders als bei einem optischen Sucher lassen sich alle Kameraeinstellungen im Sucher anzeigen – inklusive 3D-Wasserwaage. Die Bildwiederholrate ist so hoch, dass selbst bei schnellen Schwenks keine Ruckler zu sehen sind. Ein Vorteil des elektronischen Suchers möchte ich noch erwähnen - in Aufnahme-Situationen bei schlechter Beleuchtung, zeigt der Sucher immer noch ein brauchbares Bild. Im Vergleich zu einem optischen Sucher lässt sich das Motiv so besser beurteilen. Das Bild zeigt dann zwar leichte Störungen (Rauschen und Grieseln), ist aber noch deutlich zu erkennen. Und – wie schon erwähnt – beim Filmen ist das Motiv im Sucher weiterhin sichtbar. Einen Wunsch hätte ich allerdings noch: Einen Touchscreen. Schade, dass Sony hier gespart hat, denn mit dem wäre die Bedienung der Kamera perfekt. 

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Raus geht's zum Fotografieren

Die Zeiss-Linse 24-70mm f2.8 ist zwar nicht ganz leicht – siehe oben – soll aber durch hervorragende Bildqualität bestechen. Also kommt sie für die erste Tour auf die SLT-A99. Jetzt noch die Basiseinstellungen: ISO 200, alle elektronischen Helfer ausschalten, höchste JPEG-Stufe mit feinster Auflösung, Autofocus auf "Einzelbild-AF" und das Autofokus-Messfeld auf "Lokal". All' das geht recht flott von der Hand. Von den anderen Sony-Kameras, die ich schon getestet habe, kenne ich das Menü ja noch. Der schnellste Weg führt über die "Fn-Taste", nur die elektronischen Korrekturen muss ich im Menü ausschalten. Aber auch das geht dank übersichtlichem Menü schnell und einfach. Nun noch die Speicherkarte eingeschoben – es lassen sich übrigens zwei Karten einlegen. 

Und jetzt raus in die Dünen. Die Sony löst geschmeidig aus, wobei sich das Auslösegeräusch ein wenig hart anhört. Erfreulich: der Autofokus arbeitet sehr flott. Nach den ersten Fotos geht's ans Gestalten: kleine Blende einstellen und den Autofokuspunkt gezielt setzen. Und wie mach ich das? Klar, wer wie ich vorher keine Bedienungsanleitung liest, ist selbst schuld und muss so lange rumprobieren, bis es klappt. Als erstes stelle ich das Autofokus-Messfeld (AF-Feld) auf "Spot" um. Jetzt den Messpunkt per Mini-Joystick auf der Kamerarückseite an den gewünschten Punkt stupsen. Nichts! Da passiert gar nichts. Das Messfeld bleibt hartnäckig in der Mitte. Also wieder zurück auf die Einstellung "Lokal". Und siehe da, ich kann den Punkt an 19 verschiedene Positionen schubsen. Die konzentrieren sich im Zentrum des Suchers. Also die nächste Aufnahme, große Blendenöffnung, Fokus gezielt gesetzt und auslösen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Hintergrund ist schön unscharf und zeigt ein feines Bokeh – hier zeigt sich wieder klar der Vorteil eines Vollformat-Sensors. Schärfentiefe auf den Punkt.

Nun  möchte ich aber ein Motiv fotografieren, bei dem der Schärfepunkt unten rechts liegt. Wie bekomme ich den Autofokuspunkt da nur hin? Um es kurz zu machen: Gar nicht. Die SLT-A99 hat ausschließlich die 19 Autofokus-Punkte zu bieten. Während normale Spiegelreflexe in der Live-View-Ansicht auf den Kontrast-Autofokus zurückgreifen können, geht das bei der Sony nicht. Hier ist dann manuelles Fokussieren gefragt. Dazu am Objektiv auf "MF" umschalten und am Fokusring drehen. Zweimal die "AEL-Taste" gedrückt und schon springt die Fokus-Lupe an. Mit einem weiteren Druck wird die Vergrößerung noch stärker. Mit dem Mini-Joystick kann ich den Lupen-Ausschnitt genau dahin schieben, wo ich ihn brauche. Einmal kurz den Auslöser angetippt und schon ist die Vollansicht wieder da. Das klappt jedenfalls gut – und die Aufnahmen sehen klasse aus.

In meinem YouTube-Video erkläre ich die Unterschiede zwischen den
verschiedenen Autofokus-Arten und Kameras:

 

Und jetzt gibt's Action: Olsen tobt am Strand mit einem anderen Hund herum. Also die Kamera auf Serienbildfunktion gestellt, Programmautomatik reingehauen, ISO hoch und los geht's. Klack, klack, klack – die Alpha SLT-A99 macht ordentlich Tempo. Später beim Begutachten der Bilder sind fast alle knackscharf. Dass es bei Action-Aufnahmen mal einen Außreißer gibt, ist normal. Insgesamt überzeugt mich die Autofokus-Geschwindigkeit und die Treffergenauigkeit der Sony.

Weiter geht's mit einem Ausflug nach Keitum. Wunderschöne Reetdachhäuser mit einem Hauch Schnee auf den Dächern. Also wieder niedrige ISO-Empfindlichkeit eingestellt und los geht's. Die Aufnahmen sehen brillant aus. Tolle Schärfe, hoher Kontrast und eine ausgewogene Farbwiedergabe. Auch feinste Helligkeitsunterschiede werden präzise wiedergegeben, sowohl in dunklen wie auch in hellen Passagen. 

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Bedienung – wie schlägt sich die Sony?

Fangen wir mit dem Menü der Sony an. Das wird mit einem Druck auf die entsprechende Taste aufgerufen. Dass der große und brillante Kontrollmonitor kein Touch-Screen ist, erwähnte ich ja schon. Also erfolgt die Bedienung über die beiden Drehräder der Kamera. Mit dem Vorderen blättert man in den einzenen Menüüberpunkten – also quasi senkrecht – und mit dem Hinteren geht man durch die Überpunkte – also waagrecht. Fotografen, die zu Hause eine Playstation haben (oder andere Spielkonsole), können natürlich auch den Mini-Joystick nehmen und haben so auch unterwegs das Gamer-Feeling. Ach ja, flott geht's natürlich auch. Will ich einen der Menüpunkte einstellen, reicht ein Druck auf den Mini-Joystick und die Auswahl erscheint auf dem Monitor. Per Drehrad oder Joystick wähle ich aus, ein weiterer Druck und schon ist der Punkt gewählt. Die einzelnen Menüpunkte sind größtenteils selbsterklärend und verständlich. Dennoch finde ich es schade, dass es keine Hilfe-Funktion gibt. Gerade bei einer Kamera, die soviele Menüpunkte hat, wäre es hilfreich, wenn man eine kurze Erklärung aufrufen könnte. Bei Amateurkameras hat das ja bereits Einzug gehalten. Und wer jetzt sagt: Wieso, die gibt's doch. Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber die Erklärtexte sind nichtssagend und kaum eine Hilfe. Im Menü lässt sich die "AF RANGE"-Taste mit der Hilfefunktion tatsächlich belegen. Dann reicht ein Druck auf diese Taste und ein kurzer Erklärtext erscheint. Hier liegt die Betonung allerdings auf kurz – und wenig hilfreich. Ein Beispiel gefällig? Der Menüpunkt heißt "Reihenfolge". Zu Wahl stehen eine Kombination aus Null und Plus- und Minus-Zeichen. Die Erklärung zu dem Punkt lautet: "Einstellung der Aufnahmereihenfolge für Belichtungsreihe und Weißabgleichsreihe." Ah ja - verstanden. Ambitionierte Fotografen werden das tatsächlich verstehen, aber was und warum ich das überhaupt einstellen kann, geht aus der Erklärung nicht hervor. Gemeint ist doch, in welcher Reihenfolge die Aufnahme einer Belichtungsreihe erfolgen soll: Erst die Normalbelichtung (0), dann die Überbelichtung (+) und zum Schluss die Unterbelichtung (-). Noch ein Beispiel gefällig? "Hilfe zum Moduswahlkn.". Hier kann ich zwischen Aus und Ein wählen. Die Erklärung dazu lautet: "Stellt die Hilfeanzeige des Moduswahlknopfs (Erläuterung zum Aufnahmemodus) ein." Ich habe keine Ahnung, was damit gemeint sein könnte. Nach ein bisschen rumprobieren habe ich die Lösung gefunden. Steht die Auswahl auf "Ein", dann wird beim Drehen am Programmwahlrad ein Erklärtext auf dem Display angezeigt. Hier würde ein kleines Piktogramm, das zeigt, welcher Knopf gemeint ist und wie das Ergebnis aussieht, dem Fotografen weiterhelfen. Deswegen: Ich sehe das nicht als wirkliche Hilfe an.

Per Menü kann ich die Kamera individuell auf meine Bedürfnisse einstellen. Die Belegung der Tasten, die Infoanzeigen und die Einstellungen für Monitor und Sucher kann ich ganz nach meinen Wünschen konfigurieren. Neben den vier Direkt-Tasten auf der Kamera-Oberseite (ISO, Weißabgleich WB, Belichtungskorrektur und Bildfolgemodus) gibt es an der Vorderseite einen weiteren Kombi-Drehschalter. So ganz hab' ich die Funktion des Dingens erst mal nicht verstanden. Drück ich auf die Taste in der Mitte, kann ich die ISO-Empfindlichkeit einstellen. Aber das kann ich auch per Direkt-Taste. So viel Aufwand für eine Funktion – da muss noch mehr dahinter stecken. Also drücke ich die Taste des Drehknopfs etwas länger und siehe da: Es erscheint eine Auswahl von mehreren Kamera-Funktionen, die ich einstellen kann. Mit einem Dreh am kleinen Rad wähle ich einen Punkt aus, ein Druck auf den Knopf und die Auswahl erscheint. Jetzt den gewünschten Punkt wählen, Knopf drücken und fertig. Jetzt hab ich's verstanden – geht ja richtig flott. Und das Praktische daran: Habe ich die Kamera vor dem Auge, halte ich die Sony mit der rechten Hand fest und sicher und mit der Linken manövriere ich durch die wichtigsten Menüpunkte. Schade finde ich, dass ich die Menüpunkte des Kontrollrades nicht individuell konfigurieren kann. Es stehen immer folgende Punkte zur Wahl: Fokusmethode, AF-Feld, AF-Feld auswählen, Belichtungskorrektur, ISO und Messmodus für die Belichtung.

Und wie lassen sich nun die anderen Einstellungen flott ändern? Zwei Wege stehen zur Verfügung. Variante 1: Während der Live-View aktiv ist, die Fn-Taste drücken. Es erscheinen links und rechts auf dem Display verschiedene Menüpunkte, einer davon sollte orange hinterlegt sein. Der lässt sich nun ganz flott mit einem Dreh am vorderen Wahlrad einstellen. Dann einfach den Auslöser kurz antippen oder nochmal die Fn-Taste gedrückt – fertig. Soll ein anderer Punkt verändert werden, einfach mit dem Mini-Joystick hin manövrieren und verändern. Das geht flott und einfach. Möchtest du das Ganze noch etwas übersichtlicher haben? Bitteschön. So lange die DISP-Taste drücken, bis die Live-Ansicht verschwunden ist und alle wichtigen Kameraeinstellungen auf dem Display angezeigt werden. Jetzt die Fn-Taste drücken und ein Feld wird orange hinterlegt. Genau das kann nun wieder per vorderem Drehrad verändert werden. Mit dem Joystick lassen sich nun weitere Punkte ansteuern. Möchtest du die Ansicht wieder verlassen, einfach die Fn-Taste nochmal drücken, das orange Feld verschwindet und mit einem Druck auf die DISP-Taste erscheint wieder die normale Live-View-Ansicht. Kleine Tipp: Immer wenn ein Feld orange hinterlegt ist, ist es aktiv und kann verstellt werden oder stellt den gewählten Wert dar.

Mir gefällt die Navigation in den Menüs und Einstellungen recht gut. Wie mit allen Menüs muss man sich damit beschäftigen, um schnell und sicher damit arbeiten zu können. Die Sony lässt reichlich Einstellungen zu und so kann man sich die Kamera individuell nach seinen Anforderungen konfigurieren. Lässt du die Kamera ein paar Monate liegen und startest dann in den Urlaub, solltest du dich davor ein wenig mit der Sony beschäftigen. Nichts ist ärgerlicher, als im Urlaub zu sein und es gehen dir tolle Aufnahmen durch die Lappen, weil du die Bedienung der A99 nicht schnell und perfekt beherrschst. Klar hört sich das banal an, aber beherzige den Tipp, sonst ärgerst du dich im Urlaub. Die Sony ist eine Kamera mit vielen Möglichkeiten, aber die musst du lernen und beherrschen. Nach ein paar Wochen des Nichtfotografierens verlernst du viel. Was ich mir noch wünschen würde: Ich wiederhole mich zwar, aber es ist ein Touchscreen und beleuchtete Tasten. 

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Jetzt geht's in Detail: Die Bildqualität

Als erstes die Fakten: In der Sony Alpha SLT-A99 arbeitet ein Bildsensor im Kleinbildformat 36 x 24 Millimeter, mit 24 Megapixeln. Damit liegt die A99 auf dem Niveau der Nikon D600, die ebenfalls 24 Megapixel hat. Die vergleichbare Canon EOS 6D hat 20 Megapixel. Was heißt das nun für die Bildqualität? Im niedrigen ISO-Bereich sollte die A99 eine sehr gute Detailwiedergabe haben. Im höheren ISO-Bereich kommen dann vermutlich leichte Bildstörungen (Rauschen) dazu - wie stark, das werden die Test-Aufnahmen zeigen. Wie schon beim Vergleichstest der Canon EOS 6D und Nikon D600 möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass ich hier im Test JPEG-Aufnahmen ohne jegliche nachträgliche Bildbearbeitung gegenüberstelle. Außerdem sind sämtliche elektronischen Hilfen der Kamera ausgeschaltet, dazu gehören Rauschminderung und Verzeichnungskorrekturen. Die Aufnahmen sind im ersten Durchgang lediglich auf eine Bildgröße von 1200 x 800 Bildpunkte heruntergerechnet und in der Detailansicht sind es Original-Ausschnitte von 1200 x 800 Bildpunkten. Die JPEG-Dateien sind nicht aus RAW-Dateien generiert, sondern es sind die Original-Dateien aus der Kamera. Warum ich das erwähne? Weil es immer wieder endlose Diskussionen über die Bildqualität gibt, bei denen so Sätze fallen wie "traue keinem Test, den du nicht selbst gefälscht hast" oder "solche Vergleiche sind doch eh wertlos". Ich versuche bei meinen Test möglichst vergleichbare Aufnahmen gegenüber zu stellen. Eins ist aber auch klar: Bei Kameras dieser Qualitäts-Stufe hat man zahllose Möglichkeiten, die Aufnahmen ganz gezielt auszuarbeiten. Sprich, wer sein Handwerk versteht, kann mit dem richtigen RAW-Konverter noch eine Menge mehr aus den Aufnahmen holen. Deswegen kann ein solcher Test nur ein Ansatzpunkt für die Beurteilung der Bildqualität sein. Ein entscheidender Faktor ist dabei natürlich auch das Objektiv. Schon bei Stereo-Anlagen galt der Spruch: Was nützt der beste Verstärker, wenn die Lautsprecher Schrott sind. Als Faustregel galt da immer: Die Lautsprecher sollten genauso teuer sein, wie die übrigen Komponenten. Eine solche Faustregel gibt es bei Kameras nicht, aber dennoch an eine 2000-Euro-Kamera ein 200-Euro-Objektiv zu setzen und top Bildqualität zu erwarten ist nicht realistisch. 

Mit einem Klick auf das Vorschaubild werden die Aufnahmen in hoher Auflösung gezeigt. Die Bilder sind auf eine Größe von 1200 x 800 Pixel heruntergerechnet.
Die ISO-Empfindlichkeiten stehen in der Bildunterschrift der neuen Aufnahmen und gehen von ISO 50 bis ISO 12800. 

  • Sony Alpha SLT-A99 (1) ISO 50 f5.6 1-350s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (1) ISO 50 f5.6 1-350s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (1) ISO 50 f5.6 1-350s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800
  • Sony Alpha SLT-A99 (2) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (2) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (2) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800
  • Sony Alpha SLT-A99 (3) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (3) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (3) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800
  • Sony Alpha SLT-A99 (4) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (4) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (4) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800
  • Sony Alpha SLT-A99 (5) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (5) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (5) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800
  • Sony Alpha SLT-A99 (6) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (6) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (6) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800
  • Sony Alpha SLT-A99 (7) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (7) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (7) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800
  • Sony Alpha SLT-A99 (8) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (8) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (8) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800
  • Sony Alpha SLT-A99 (9) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (9) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800Sony Alpha SLT-A99 (9) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800

Damit man überhaupt Unterschiede erkennen kann, habe ich von jeder Aufnahme einen Ausschnitt in der Größe von 1200 x 800 Bildpunkten gemacht. So könnt ihr in der Originalauflösung selbst beurteilen, wie gering die Unterschiede bei der Bildqualität in den einzelnen ISO-Stufen sind.

Mit einem Klick auf das Vorschaubild werden die Aufnahmen in hoher Auflösung gezeigt. Die Bilder sind ein Ausschnitt in Originalgröße von 1200 x 800 Pixel.
Die ISO-Empfindlichkeiten 
stehen in der Bildunterschrift der neuen Aufnahmen und gehen von ISO 50 bis ISO 12800

  • Sony Alpha SLT-A99 (1) ISO 50 f5.6 1-350s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 900 DetailSony Alpha SLT-A99 (1) ISO 50 f5.6 1-350s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 900 DetailSony Alpha SLT-A99 (1) ISO 50 f5.6 1-350s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 900 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (2) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (2) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (2) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (3) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (3) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (3) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (4) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (4) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (4) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (5) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (5) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (5) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (6) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (6) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (6) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (7) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (7) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (7) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (8) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (8) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (8) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (9) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (9) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (9) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail

In der Detailansicht werden die Stärken der Alpha SLT-A99 sichtbar. Mir gefällt die Farbwiedergabe der Sony sehr gut: sie werden natürlich und präzise wiedergegeben. Die Rot- und Grüntöne werden kräftig wiedergegeben, aber nicht übertrieben intensiv. Ebenso das Blau des Himmels, das am Tag der Aufnahme genau so leicht milchig und nicht strahlend war. Feine Nuancen in den weißen Flächen gibt die A99 präzise wieder. Gut zu erkennen an den Fugen zwischen den weißen Ziegelsteinen – hier verschluckt die Sony nichts. Neben der Präzision der Farbwiedergabe, überzeugt mich die Sony bei der Reproduktion feinster Strukturen. Ob die winzigen Karos der rot-weißen Bettdecke, die feinen Zweige des Strauchs links neben der Eingangstüre oder die Strukturen in der Rinde des Baums. Auch die goldene Schrift auf über der Türe ist gestochen scharf. All das setzt die A99 präzise um. Verantwortlich dafür ist natürlich auch das hochwertige Objektiv. Bildstörungen (Rauschen) sind bis ISO 400 absolut nicht sichtbar. Die ersten winzigen Störungen kann ich bei einer Empfindlichkeit von ISO 800 erkennen. Sichtbar sind sie in den mittleren Tönen, wie dem Grün der Fensterläden und dem blauen Himmel. In den ganz hellen und ganz dunklen Tönen sind noch keine Störungen zu erkennen. Details gehen bei ISO 800 noch nicht verloren. Bei ISO 1600 nehmen die Störungen minimal zu. In der nächsten Stufe ISO 3200 werden nun in den helleren Tönen ebenfalls leichte Störungen sichtbar. Außerdem verschwimmen feine Details schon ein wenig. Zu erkennen ist das an den feinen Zweigen und den feinen Holzstrukturen der grünen Balken. Bei ISO 6400 wird das Bildrauschen noch deutlicher. Nur die ganz dunklen Bildbereiche bleiben davon noch verschont. In dieser ISO-Stufe verschwimmen Details – gut zu erkennen ist das an den feinen Ästen des Strauchs und den rot-weißen Karos der Bettdecke. Positiv: Die feinen Nuancen der Weißtöne werden immer noch präzise wiedergegeben, die Fugen der weißen Ziegelmauer sind noch deutlich zu sehen. Erst bei ISO 12800 beginnen die zu verschwimmen. Ebenso feine Strukturen. Das Bildrauschen hat nun noch etwas zugenommen. Die goldene Schrift über der Türe hebt sich nicht mehr so deutlich ab, wie bei niedrigen ISO-Werten, ist aber immer noch gut zu lesen. Die Karos der Bettdecke werden zwar nicht mehr so präzise wiedergegeben, sind aber immer noch als solche zu erkennen.

Insgesamt gefällt mir die Bildqualität der Sony Alpha SLT-A99 sehr gut. Besonders bei niedrigen ISO-Werten überzeugt mich die sehr ausgewogene und präzise Farbwiedergabe sowie die feine Detailwiedergabe. Im hohen ISO-Bereich hätte ich mir etwas weniger Bildstörungen gewünscht. Positiv fällt mir dabei allerdings auf, dass die Detailwiedergabe trotz des Rauschens nicht so stark leidet. Bei anderen Kameras nimmt mit zunehmendem Rauschen gleichzeitig die Detailwiedergabe ab, bei der Sony ist das nicht so deutlich. 

Klar muss sich die Sony den beiden Herausforderern Canon EOS 6D und Nikon D600 stellen. Immerhin wird in der Nikon D600 ja der gleiche Sensor verbaut, wie in der Sony – zumindest wird das behauptet und dürfte auch stimmen. In der Canon hingegen werkelt ein Sensor mit ein paar Megapixeln weniger. Nun also der Vergleich. Da ich für die beiden Mitbewerber nur 100mm- beziehungsweise 105mm-Objektive hatte, musste ich den Aufnahmestandort für die Vergleichsbilder ein wenig nach hinten verlagern. Die Fotos sind aber alle am gleichen Tag entstanden, was man an dem Bettzeug im Fenster gut erkennen kann. Um nun vergleichbare Bildausschnitte zu bekommen, bin ich wie folgt vorgegangen: Bei der Sony und der Nikon habe ich einen Auschnitt mit 1200 x 800 Bildpunkten gewählt, der bis auf die etwas veränderte Perspektive absolut identisch ist. Da die Canon ja nur mit 20 Megapixeln auflöst, habe ich einen Ausschnitt von 1080 x 720 Bildpunkten genommen und den auf 1200 x 800 Bildpunkte hochgerechnet. So sind alle drei Ausschnitte vergleichbar. Den Vergleich der Gesamtansichten erspare ich mir, da die Unterschiede in der auf 1200 x 800 Bildpunkte heruntergerechneten Variante kaum zu erkennen sind. Erst in der Vergrößerung werden sie sichtbar.

Mit einem Klick auf das Vorschaubild werden die Aufnahmen in hoher Auflösung gezeigt. Die Bilder sind Original-Ausschnitte mit einer Größe von 1200 x 800 Pixel. Die ISO-Empfindlichkeiten stehen in der Bildunterschrift und gehen von ISO 100 bis ISO 12800

  Belichtungsreihen mit verschiedenen ISO-Empfindlichkeiten
  • Sony Alpha SLT-A99 (1) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (1) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (1) ISO 100 f5.6 1-750s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (2) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (2) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (2) ISO 200 f5.6 1-1500s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (3) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (3) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (3) ISO 400 f5.6 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (4) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (4) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (4) ISO 800 f5.6 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (5) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (5) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (5) ISO 1600 f8 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (6) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (6) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (6) ISO 3200 f11 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (7) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (7) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (7) ISO 6400 f22 1-3000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Sony Alpha SLT-A99 (8) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (8) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 DetailSony Alpha SLT-A99 (8) ISO 12800 f22 1-6000s 24-70mm f2.8 ZA SSM 1200 x 800 Detail
  • Canon EOS 6D (1) ISO 100 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (1) ISO 100 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (1) ISO 100 Detail 1200 x 800
  • Canon EOS 6D (2) ISO 200 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (2) ISO 200 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (2) ISO 200 Detail 1200 x 800
  • Canon EOS 6D (3) ISO 400 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (3) ISO 400 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (3) ISO 400 Detail 1200 x 800
  • Canon EOS 6D (4) ISO 800 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (4) ISO 800 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (4) ISO 800 Detail 1200 x 800
  • Canon EOS 6D (5) ISO 1600 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (5) ISO 1600 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (5) ISO 1600 Detail 1200 x 800
  • Canon EOS 6D (6) ISO 3200 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (6) ISO 3200 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (6) ISO 3200 Detail 1200 x 800
  • Canon EOS 6D (7) ISO 6400 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (7) ISO 6400 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (7) ISO 6400 Detail 1200 x 800
  • Canon EOS 6D (8) ISO 12800 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (8) ISO 12800 Detail 1200 x 800Canon EOS 6D (8) ISO 12800 Detail 1200 x 800
  • Nikon D600 (1) ISO 100 Detail 1200 x 800Nikon D600 (1) ISO 100 Detail 1200 x 800Nikon D600 (1) ISO 100 Detail 1200 x 800
  • Nikon D600 (2) ISO 200 Detail 1200 x 800Nikon D600 (2) ISO 200 Detail 1200 x 800Nikon D600 (2) ISO 200 Detail 1200 x 800
  • Nikon D600 (3) ISO 400 Detail 1200 x 800Nikon D600 (3) ISO 400 Detail 1200 x 800Nikon D600 (3) ISO 400 Detail 1200 x 800
  • Nikon D600 (4) ISO 800 Detail 1200 x 800Nikon D600 (4) ISO 800 Detail 1200 x 800Nikon D600 (4) ISO 800 Detail 1200 x 800
  • Nikon D600 (5) ISO 1600 Detail 1200 x 800Nikon D600 (5) ISO 1600 Detail 1200 x 800Nikon D600 (5) ISO 1600 Detail 1200 x 800
  • Nikon D600 (6) ISO 3200 Detail 1200 x 800Nikon D600 (6) ISO 3200 Detail 1200 x 800Nikon D600 (6) ISO 3200 Detail 1200 x 800
  • Nikon D600 (7) ISO 6400 Detail 1200 x 800Nikon D600 (7) ISO 6400 Detail 1200 x 800Nikon D600 (7) ISO 6400 Detail 1200 x 800
  • Nikon D600 (8) ISO 12800 Detail 1200 x 800Nikon D600 (8) ISO 12800 Detail 1200 x 800Nikon D600 (8) ISO 12800 Detail 1200 x 800
 

Bis zu einer ISO-Empfindlichkeit von ISO 400 sind zwischen den drei Kameras kaum Unterschiede zu erkennen. Klar gibt es minimale Unterschiede in der farblichen Abstimmung, die sollte man aber nicht überbewerten. Solche Feinheiten lassen sich entweder direkt in der Kamera einstellen – falls man nur mit JPEG-Dateien arbeiten möchte – oder können später in der Bildbearbeitung an der RAW-Datei fein justiert werden. Natürlich geht das auch in den üblichen Grenzen an der JPEG-Datei. Abgesehen davon liegen die drei Vollformat-Boliden auf ähnlich hohem Niveau. Wie schon zuvor in der Bildbesprechung erwähnt, sind bei einer Einstellung von ISO 800 bei der Sony die ersten feinen Bildstörungen (Rauschen) sichtbar. Canon und Nikon zeigen bei der Einstellung noch keine sichbaren Störungen. Bei ISO 1600 nehmen die Störungen bei der Sony minimal zu. Die Canon EOS 6D hält sich der dieser Empfindlichkeit noch zurück, während die Nikon erste Ansätze von Bildstörungen zeigt. Die liegen aber auf sehr, sehr niedrigem Niveau.

Nun geht's noch eine Stufe höher auf ISO 3200. Die Sony zeigt nun deutlichere Bildstörungen (Rauchen) zudem gehen die ersten Details verloren. Jetzt steigt die Canon ebenfalls in das Spiel ein: Erste Störungen werden sichtbar. Zu erkennen sind die in den Grün-Tönen. Die Detail-Wiedergabe wird ebenfalls minimal schlechter. Meiner Meinung liegen die Störungen der Canon jetzt auf dem Niveau der Sony bei ISO 800. Und wie sieht's bei der Nikon aus? Auch da werden die Störungen deutlicher sichtbar und erste Details gehen verloren. Allerdings sieht das Rauschen nicht so störend aus, eher gleichmäßig und dadurch nicht so auffällig, wie bei der Sony. Jetzt legen wir noch eine Schippe drauf und steigern die Empfindlichkeit auf ISO 6400. Wie schon zuvor geschrieben, ist nun das Bildrauschen deutlich sichtbar, lediglich die ganz dunklen Bildbereiche – wie die Scheiben – bleiben noch verschont, Details verschwimmen noch stärker. Bei der Canon EOS 6D werden die Störungen bei ISO 6400 nun auch deutlich sichtbar, gleichzeitig gehen die ersten feinen Details unter. Zu erkennen ist das an den feinen Zweigen des Strauchs links der Haustüre und den rot-weißen Karos der Bettdecke. Der Sprung bei der Nikon von ISO 3200 auf ISO 6400 fällt relativ gering aus, was die Bildstörungen (Rauschen) anbelangt. In den dunkleren Farbtönen ist fast kein Unterschied zu erkennen, lediglich in den helleren Tönen kommt nun leichtes Rauschen dazu. Jetzt noch eine Stufe nach oben auf ISO 12800. Bei der Sony nimmt das Rauschen nun noch einmal deutlich zu, ebenso gehen mehr und mehr Details verloren. Die feine rot-weiße Musterung der Bettdecke bleibt aber noch gut erhalten. Die Canon EOS 6D zeigt nun auch deutliche Bildstörungen (Rauschen), auffällig ist nun aber der Verlust bei der Detailwiedergabe. Gut zu erkennen an den Karos der Bettdecke, der goldenen Schrift und den feinen Zweigen des Strauchs links der Haustüre. Insgesamt ist das Rauschen recht weich und gleichförmig, was aber zu Lasten der Detailwiedergabe geht. Bei der Nikon D600 ist der Effekt ähnlich: Das Rauschen bleibt halbwegs dezent, wird aber etwas weicher, was auch hier zu Lasten der Detailwiedergabe geht. 

In der Gegenüberstellung schneidet die Sony (linker Abschnitt) beim hohen ISO-Werten (hier im Bildbeispiel ISO 12800) am schlechtesten ab. Sie zeigt die meisten Bildstörungen (Rauschen), die deutlich sichtbar sind. Die Detailwiedergabe ist zwar im Vergleich zur Canon EOS 6D und Nikon D600 etwas besser und in der Schärfe knackiger, aber das geht stark zu Lasten des schlechteren Rauschverhaltens. Ob Sony sich damit einen Gefallen tut, ist fraglich. Klar kann man auf die RAW-Dateien zurückgreifen und die mit entsprechenden Programmen in der Nachbearbeitung seinen Wünschen entsprechend zurecht "schustern", aber ist das wirklich erstrebenswert? Ich persönlich möchte auch schon ein gutes JPEG-Bild Out-Of-Camera bekommen. Und hier gefallen mir die Ergebnisse der Canon (Mitte) und Nikon (Rechts) einfach besser. Ich finde das etwas geringere Rauschen angenehmer und nehme dafür lieber einen leichten Verlust in der Detailwiedergabe und Schärfe in Kauf. Aber: Das ist Geschmackssache, deswegen stelle ich hier die Ergebnisse auch so gegenüber, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann. Im LOW-ISO-Bereich hingegen macht die Sony Alpha SLT-A99 ein ausgesprochen gutes Bild im Vergleich zu den beiden anderen Vollformatern. An dieser Stelle nochmal der Hinweis, dass an allen drei Modellen jegliche elektronischen Helfer hinsichtlich der Rauschreduzierung und Bildoptimierung ausgeschaltet sind. Und auch darauf möchte ich nochmal hinweisen: Ich bewerte die Aufnahmen hier auf einem extrem hohen Qualitätsniveau, man könnte es auch Luxusproblem nennen, wenn ich über Rauschen und Detailverlust bei hohen ISO-Werten spreche. Die Qualität der drei Vollformater liegt auf einem extrem hohen Niveau, einem Niveau, das mit Analog-Technik nicht mal näherungsweise erreichbar ist. Wer da schon mal versucht hat, einen Farbfilm auf ISO 12800 zu pushen, der wird beim Betrachten der Ergebnisse Vergleiche mit einem Streuselkuchen nicht in weite Ferne rücken.  

Sämtliche Bilder und weitere Aufnahmen gibt es in voller JPEG-Auflösung auch meinem Flickr-Konto 

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Video und mehr – das gibt's noch oben drauf

Dass man heute mit einer Spiegelreflexkamera auch filmen kann, ist nichts Neues. Dass das aber auch nicht so einfach ist, haben viele schon mitbekommen. Größte Hürde dabei ist die Fokussierung. Denn während der Filmaufnahme klappt der Spiegel nach oben und das Phasen-Autofokus-System ist nicht mehr aktiv. Die Kamera kann nun nur noch über den Kontrast-Autofokus scharf stellen – und das geht nicht wirklich schnell und präzise. Gerade bei sich schnell bewegenden Motivelementen kommt die Kamera da nicht mehr mit. Was bleibt, ist manuelles Fokussieren, aber das geht richtig gut nur mit einem speziellen Kamera-Rack. Mit der Sony soll das anders sein. Denn bei der SLT-A99 klappt der Spiegel ja nicht nach oben, so dass das Phasen-Autofokus-System permanent arbeitet. Und tatsächlich: Die Sony fokussiert flott und recht präzise. Selbst bei Schwenks lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Und selbst wenn es mal einen kurzen Moment unscharf ist, fällt das lästige Pumpen wie beim Kontrast-Autofokus weg. Die A99 führt den Fokus zügig nach – selbst beim Zoomen. Im Menü kannst du übrigens die Geschwindigkeit der Autofokus-Nachführung einstellen. Sprich: Soll die A99 den Fokus sehr schnell nachführen oder langsam. Welche Art passend ist, hängt vom Motiv ab. Bei einem ruhigen Motiv ist es sicher besser mit etwas kleinerer Blendenöffnung – also f8.0 oder f16 – zu arbeiten und die Schärfe nur langsam nachzuführen, da der Fokus sonst "nervös" hin- und herfahren könnte. Ansonsten: Ausprobieren. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis der SLT-A99 sehr zufrieden. Für mich ist das der erste wirklich gut funktionierende Ansatz, mit einer DSLR zu filmen – ohne Rack und manuelle Fokussierung. 

Und noch eine gute Nachricht: Die Bildqualität der SLT-A99 ist fantastisch. Selbstverständlich nimmt sie in Full-HD mit 50p auf, also 50 Vollbildern pro Sekunde. Dabei werden 28 Mbit pro Sekunde verarbeitet. Das Bild wird übrigens während der Aufnahme am HDMI-Ausgang ausgegeben. Die Aufnahmen sind wunderbar scharf, die Farbwiedergabe ausgeglichen – das Bild sieht einfach brillant aus. Ein weiterer Pluspunkt der Sony: Du kannst Videos nicht nur im AVCHD-Format aufnehmen, sondern auch im MP4-Format. Das eignet sich besonders dann, wenn du einen älteren nicht ganz so leistungsfähigen Computer hast oder die Aufnahmen auf einem Tablett-PC, beispielsweise einem Apple iPad, wiedergeben und bearbeiten möchtest. Denn die kommen mit den AVCHD-Dateien nicht zurecht, aber mit den MP4-Dateien. 

Und, was hat die Sony SLT-A99 sonst noch zu bieten? Über das Bedienkonzept hatte ich ja schon einiges geschrieben. Erwähnen möchte ich noch einmal, dass ich die Sony sehr gut auf meine Bedürfnisse einstellen kann. Das gilt für die Belegung der Tasten und die unterschiedlichen Ansichten des Monitors und Kontrollbildschirm sowie die Bildeinstellungen. Viel mehr geht nicht. Mit an Bord ist eine 3D-Wasserwaage, diverse Belichtungsprogramme und Bildeinstellungen. Hier kommt Sony dem Einsteiger entgegen, der gerne auch mal auf fertige Belichtungsprogramme zurückgreift. Was dann allerdings nicht in dieses Konzept passt: Die SLT-A99 hat keinen eingebauten Blitz. Wie die Canon EOS 6D hat man somit unterwegs nicht die Möglichkeit, einen kleinen Aufhellblitz einzusetzen, um auch mal einen Lichtpunkt in die Augen eines Portraitierten zu zaubern – dazu muss man immer einen externen Blitz mitnehmen. 

Ein Motivprogramm möchte ich hier noch erwähnen: Das Schwenkpanorama. Hierbei wird die SLT einfach von links nach rechts oder umgekehrt geschwenkt, dabei der Auslöser gedrückt und schon nimmt die Sony ein Bild nach dem anderen auf und fügt sie anschließend zu einem Panorama zusammen. Bei normalen Motiven, wie dem Ersten, klappt das sehr gut. Da sind die Übergänge zwischen den einzelnen Aufnahmen praktisch nicht zu sehen. Schwierig wird es bei Motiven, in denen es auf Vorder- und Hintergrund ankommt. Sprich, ein Motivteil ist im Vordergrund. Auf meinen Beispielbildern ist das gut zu sehen. Während der Hintergrund bei den Motiven zwei und drei perfekt zusammengefügt ist, sieht man an der Brücke im Vordergrund leichte Unterbrechungen und Sprünge im Bild. Da das in den verkleinerten Bildern kaum zu erkennen ist, habe ich sie in voller Auflösung auf mein Flickr-Konto in den Ordner der SLT-A99 geladen. Zum Ordner geht es HIER 

 

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Mein Fazit  

Die Sony Alpha SLT-A99 muss sich nicht verstecken und reiht sich mühelos in die Liga der Vollformater ein. Sie ist klasse ausgestattet und überzeugt im LOW-ISO-Bereich durch super Bildqualität. Mir gefällt die Abstimmung von Schärfe, Farbe und Kontrast in diesem Bereich sehr gut. Die Farbwiedergabe ist angenehm neutral, feine Nuancen in Lichtern und Tiefen werden präzise reproduziert. Schade finde ich, dass sich dieser positive Eindruck im HiGH-ISO-Bereich nicht fortsetzt. Mir persönlich gefällt die Wiedergabe in diesem Bereich wegen der deutlich sichtbaren Bildstörungen (Rauschen) weniger gut. Sicher geht das zugunsten der Bildschärfe, die vordergründig besser ist, als die der beiden Mitbewerber. Ich hätte mir hier eine weichere Abstimmung gewünscht, wie sie Canon und Nikon machen. Auch hier sei aber nochmal erwähnt, dass sich in der Bildbearbeitung noch eine Menge machen lässt. Überzeugt hat mich die Videofunktion der SLT-A99. Das betrifft sowohl die Nachführung von Schärfe und Belichtung, als auch die umfangreichen Einstellmöglichkeiten des Aufnahmeformats. Dazu kommen Anschlussmöglichkeiten von Mikrofon und Kopfhörer. All das rundet das positive Bild ab. Nicht zu vergessen die bestechende Bildqualität. In diesem Bereich spielt die SLT-Technik ihre Vorteile voll und ganz aus. 

Bei der Ausstattung zeigt die Alpha SLT-A99 den Mitbewerbern die Zähne. Ihr klarer Vorteil ist der große und brillante Kontrollmonitor, der sich ausklappen und drehen lässt. Das kann weder die Canon EOS 6D noch die Nikon D600. Einzig der Touchscreen fehlt noch – ich finde das sehr schade, denn das würde die Bedienung der Kamera noch deutlich einfacher machen und würde die Vielseitigkeit weiter steigern. Mit im Ausstattungspaket sind der GPS-Empfänger, die 3D-Wasserwaage, die beiden SD-Karten-Einschübe sowie die innovative Bedienung mit dem vorderen Kombi-Drehrad. Toppen ließ sich das Ganze noch mit einem eingebauten WLAN-Modul – das hat die Canon EOS 6D. Ach ja, fast hätte ich ihn vergessen: Den brillanten, hellen und klaren elektronischen Sucher, der einem optischen schon sehr nahe kommt und zudem deutliche Vorteile in Low-Light-Situationen hat.

Was die Verarbeitung, die Bedienung, Haptik und Ergonomie anbelangt, spielt die SLT auf den vorderen Plätzen. Ich finde das Bedienkonzept der SLT-A99 sehr gelungen und die vielfältigen Einstellmöglichkeiten überzeugen mich. Wie bei allen Kameras dieser Klasse, ist allerdings eine gewisse Beschäftigung mit den Einstellungen und den Menüs erforderlich. Bei reichlich über 100 individuellen Einstellungen, führt an einer intensiven Einarbeitung kein Weg vorbei, wenn man optimale Ergebnisse erzielen möchte.

Einen Wermutstopfen hat das Ganze allerdings: Mit rund 2800 Euro ist die SLT-A99 rund 1000 Euro teurer als die beiden Vergleichsmodelle Canon EOS 6D (1900 Euro) und Nikon D600 (1600 Euro – Stand Februar 2013). Sicher bekommt man dafür eine super Kamera mit klasse Ausstattung und sehr guter Bildqualität, aber wenn Sony in den Markt der Vollformater rein will, dann glaube ich nicht, dass der hohe Preis das richtige Signal ist. Klar hat Qualität seinen Preis und immer nur billig kann nicht das Ziel sein, aber 1000 Euro über dem aktuellen Vollformat-Einstieg ist schon eine ordentliche Hürde. Und wer jetzt sagt, dass die SLT-A99 ja nicht gegen die Canon EOS 6D und die Nikon D600 antritt sondern gegen die Canon EOS 5D MkIII (2900 Euro) und Nikon D800 (2300 Euro), dem muss ich sagen, dass das an der Realität vorbei geht. Selbst wenn die SLT-A99 das Zeug dazu hätte, den beiden Profi-Vollformatern Paroli zu bieten, wird die Sony da nicht ihre Käufer finden. Die Zielgruppe für eine solche Kamera kann nur der Auf- und Umsteiger sein, nicht der Profi. Dazu fehlt Sony bislang das Renommée in diesem Kamera-Segment. Ich hoffe, das Sony deswegen die Preispolitik noch einmal überdenkt, denn dann sehe ich eine wirklich sehr gute Chance, dass die A99 ihre Käufer findet und sich einen Namen macht. Mich würde es freuen, denn Sony ist mit der SLT-A99 und dem neuen Spiegel-Konzept auf dem richtigen Weg und: Konkurrenz belebt das Geschäft. 

Ergänzend gibt es noch ein  YouTube-Video zur Sony Alpha SLT-A99: 

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Über die Foto-Bude

Willkommen in der Foto-Bude. Mein Name ist Ralf Spoerer. Im September 2012 habe ich die Foto-Bude gegründet. Davor habe ich mehr als sieben Jahre für eine der führenden Multimedia-Zeitschriften als leitender Redakteur gearbeitet. Bis heute habe ich hunderte Digitalkameras getestet und hervorragende Kontakte zu allen Kameraherstellern aufgebaut. Bei meinen Tests in der Foto-Bude ist es mir wichtig, verständlich zu schreiben. Ich überfrachte meine Artikel nicht mit Unmengen technischer Daten, sondern lege Wert darauf, dem Leser Unterstützung bei seiner Kaufentscheidung zu geben. Aber auch nach dem Kauf sollen meine Berichte eine praktische Hilfe sein, um das best mögliche aus der Kameras herauszuholen. Ich ergänze das mit meinen ausführlichen Videos auf meinem YouTube-Kanal und den Bildern auf Flickr. Noch mehr zum Konzept der Foto-Bude gibt es HIER.

 

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