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Auslöseverzögerung, Serienbilder, Videos und mehr

Jetzt aber zack - zack. Genug über die Bildqualität gesprochen, jetzt geht's ums Tempo. Die Panasonics zählen ja nicht gerade zu den langsamsten, mal gespannt, wie sich die G5 schlägt. Es gab da bei neuen Kameras in jüngster Zeit ja die eine oder andere Überraschung – ich sage nur EOS M. Also die Kamera in die Hand, einfach mal drauf halten und auslösen. Klack – das ging flott. Nächstes Motiv und – klack. Die Panasonic ist echt schnell – für Point-and-Shoot-Motive eignet sie sich jedenfalls, soviel kann ich sagen. Auf der Kamera habe ich ja das neue Powerzoom-Objektiv. Um mal zu schauen, ob sie auch mit anderen Objektiven schnell ist, nehme ich einfach das 14 - 42 mm Standard-Zoom der Olympus PEN Lite -E-PL5. Und siehe da, auch damit geht's Auslösen flott. Große Unterschiede kann ich nicht feststellen. Und wo wir schon bei Fremdobjektiven sind, kann ich gleich mal die Olympus Lens-Cap ausprobieren. Erst mal verweigert die G5 damit ihren Dienst. Aber eine Einstellung im Menü und schon ist das Problem gelöst: Individual-Menü, Seite 8, Auslösen o. Obj. auf ON und schon geht's los. Klack, klack, klack – das geht richtig flott. Kein Wunder, schließlich muss die Kamera ja bei der Lens-cap auch nicht mehr fokussieren sondern nur die Belichtung messen. 

Jetzt ist eine gute Gelegenheit, den elektronischen Verschluss auszuprobieren. Also im Aufnahme-Menü auf Seite 4 den Punkt "Elektron. Verschluss" auf ON stellen. Dann noch im Setup-Menü auf Seite 1 die Signaltöne ausschalten. Jetzt ein Druck auf den Auslöser und ... absolute Ruhe. Das ist völlig ungewohnt, dass eine Kamera beim Auslösen nicht das geringste Geräusch macht. Anfangs fragt man sich: Hat die überhaupt ein Bild gemacht? Ja, hat sie. Irgendwie genial. So kann ich unterwegs Point-and-Shoot machen und es bekommt wirklich niemand mehr was mit. Kein piep, klick oder klack und wenn ich den Monitor noch einklappe ist nicht mal ein Bild zu sehen. Und wenn ihr jetzt fragt, wie ich dann den Motivausschnitt wähle? Gar nicht, Gefühl, Geschick, Erfahrung, Glück – 20 Aufnahmen sind Schrott, eine ist was geworden. Aber genau das ist das Spannende daran. Und die Panasonic ist dafür absolut perfekt. 

Nächstes Thema Serienbildgeschwindigkeit. Vier Tempi bietet die DMC-G5 an. In der langsamsten Geschwindigkeit L macht die G5 zwei Bilder pro Sekunde, dabei ist der Live-View aktiv und man kann das Motiv verfolgen. In der Einstellung M kommt sie auf gut drei Bilder pro Sekunde, auch noch mit aktivem Live-View. Noch flotter geht's in der Einstellung H, da macht die G5 rund fünf Bilder pro Sekunde. Allerdings ist dann der Live-View nicht mehr aktiv. Auf dem Display wird lediglich das aufgenommen Bild angezeigt. Noch ein Zacken legt die G5 in der Einstellung SH zu: Mit 20 Bildern pro Sekunde rattert die Lumix los. Allerdings nur mit einer Auflösung von vier Megapixeln. Bei allen anderen Geschwindigkeiten werden die Aufnahmen in voller Auflösung gespeichert. Ich find das Tempo der DMC-G5 ziemlich beeindruckend. Übrigens noch ein Punkt zur Einstellung der Serienbildfunktion, den ich etwas merkwürdig finde. Die Serienbildfunktion wird über einen Druck auf den unteren Teil des Vierwegeschalters aktiviert. Da kann ich zwischen Einzelaufnahme, Serienbildfunktion, Bracketing und Selbstauslöser wählen. Ist die Serienbildfunktion – oder eine andere – gewählt, erscheint die Einstellung nun auch im Quick-Menü. So weit so gut. Möchte ich die Serienbildfunktion wieder verlassen, so geht das nicht übers Quick-Menü, sondern wieder über den Vierwegeschalter. Warum der Punkt dann überhaupt im Quick-Menü auftaucht – keine Ahnung. Beim Bracketing kann ich übrigens wählen, ob die G5 drei, fünf oder sieben Aufnahmen machen soll. Und beim Selbstauslöser gibt es nicht nur die üblichen zwei oder zehn Sekunden Wartezeit, sondern auch die Option, dass die Kamera nach zehn Sekunden Wartezeit drei Aufnahmen macht. Eine gute Idee, denn gerade bei Gruppenaufnahmen, wird die erste Aufnahme nie was, da können drei schon ganz hilfreich sein.

Und wo wir schon bei den schnellen Bildern sind, passt das Thema Filmen prima. Panasonic hat da ja reichlich Erfahrung, immerhin bauen die Camcorder für alle Anforderungen. Schon in den früheren Modellen konnte die Video-Qualität überzeugen. Die G5 filmt in voller HD-Qualität mit 1920 x 1080 Bildpunkten und bester Bildfrequenz von 50p (im meinem Menü steht übrigens 60p, der Test am Bildschirm zeigt allerdings, es sind tatsächlich 50p). Die maximale Datenrate beträgt dabei 28 Megabit/Sekunde (Mbps). Weitere Einstellungen sind 60i und 30p bei Full-HD mit einer Datenrate von 17 Mbps. Zusätzlich kann auch die kleine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixel mit einer Bildwiederholrate von 60p und 17 Mbps eingestellt werden. Neben diesen AVCHD-Formaten, kann die G5 auch im MP4-Format aufzeichnen. Und wofür brauche ich das? Ganz einfach. Wer seine Videos nachträglich bearbeiten möchte und einen etwas leistungsschwächeren Computer hat, der sollte das MP4-Format wählen. AVCHD fordert deutlich mehr Leistung vom PC bei der Bearbeitung als MP4. Beim MP4-Format kann ich zwischen drei Auflösungen wählen: 1920 x 1080, 1280 x 720 und 640 x 480 Bildpunkte. Wer seine Filmchen nicht am PC bearbeiten oder speichern will, kann sie über die Mini-HDMI-Schnittstelle auf einem Fernseher wiedergeben. Apropos HDMI-Schnittstelle: Während der Aufnahme wird das Signal nicht darüber ausgegeben. Das heißt: Eine Bildkontrolle über einen externen Monitor ist beim Filmen nicht möglich. Das kann nur das Top-Modell von Panasonic die DMC-GH3.

Was die Bildqualität von Videos anbelangt, spielt die Panasonic ganz oben mit. Bei 50p sehen die Aufnahmen wirklich toll aus, gestochen scharf und brillante Farben. Und das Powerzoom-Objektiv macht beim Filmen richtig Spaß. Zoomfahrten gehen ganz geschmeidig, ohne wackeln. Dazu kommt der sehr wirkungsvolle Bildstabilisator. Ein Stativ ist für die meisten Aufnahmen überflüssig. Die Schärfe zieht die Panasonic zügig und gleichmäßig nach. Selbst bei großen Entfernungswechseln innerhalb der Aufnahme macht der Autofokus nicht schlapp. Auch das lästige Pumpen beim automatischen Fokussieren kommt praktisch nicht mehr vor. Wenn ich mir das so anschaue – in vielen Situationen bekommt man mit der G5 klasse Videos hin und kann auf einen Camcorder verzichten. Noch ein Tipp: Beim Filmen lässt sich der Bildstil wählen. So lassen sich auch schöne Schwarz-Weiß-Filmchen drehen. Den Ton nimmt die G5 übrigens in Stereo auf. Klasse, der Aufnahmepegel lässt sich anzeigen und kann in vier Stufen manuell ausgesteuert werden. Ein Minuspunkt bekommt die G5 allerdings: Ein externes Mikrofon lässt sich nicht anschließen. Warum Panasonic bei einem Modell mit so toller Videoqualität daran gespart ist, ist mir ein Rätsel. Ein weitere Minuspunkt: Manuelle Einstellung von Blende und Belichtungszeit ist bei der G5 nicht möglich. Egal welche Einstellung für die Fotos gewählt ist, beim Starten der Videoaufnahme stellt die DMC-G5 Blende und Belichtungszeit automatisch ein. Manuelle Einstellungen sind nur mit dem Spitzenmodell Lumix DMC-GH3 möglich.

So, zwischendurch mal ein paar Fakten zu Größe und Gewicht. Das Gehäuse der DMC-G5 bringt inklusive Akku und Speicherkarte rund 400 Gramm auf die Waage. Damit wiegt sie rund 80 Gramm mehr als eine Olympus PEN Lite E-PL5, die allerdings keine elektronischen Sucher hat. Den hat die Olympus OM-D, die dann wiederum rund 25 Gramm mehr auf die Waage bringt. Mit anderen Worten: Die G5 leidet weder unter Magersucht, noch Dickleibigkeit. Das gilt auch für die Abmessungen. Klar durch den aufgesetzten elektronischen Sucher ist sie ein Stück größer als eine E-PL5. Die genauen Maße sind: Breite 12,0 Zentimeter, Höhe 8,3 Zentimeter und Dicke 7,1 Zentimeter. Die kommt vor allem daher, weil der elektronische Sucher hinten recht weit hinausragt und der Griff vorne. Hier ist die OM-D deutlich sparsamer und kommt daher nur auf eine Tiefe von 4,2 Zentimeter. Ansonsten ist die OM-D nur ein paar Millimeter größer. Und noch ein Wert: Mit dem neuen Powerzoom-Objektiv ist die Panasonic GMC-G5 im ausgeschalteten Zustand 8,2 Zentimeter dick. Auf die Waage bringt das Objektiv rund 100 Gramm. Neben den normalen Objektiven gibt es übrigens noch zwei weitere Powerzoom-Linsen: ein Telezoom mit der Brennweite 45 - 175 Millimeter und ein mittleres, sehr lichtstarkes Telezoom mit der Brennweite 35 - 100 Millimeter. Die durchgängige Lichtstärke von 2.8 hat allerdings seinen Preis: 1299 Euro. 

Zur Bedienung hab ich ja schon eine Menge gesagt. Deswegen jetzt nur noch mal das Wichtigste. Wie üblich: Am großen Drehrad auf der Kameraoberseite lege ich den Kurs fest. Programmautomatik (P), Blendenautomatik (S), Zeitautomatik (A) und manuelles Einstellen (M) sind Selbstgänger und bedürfen keiner weiteren Erklärung. Die kleine Farbpalette bietet 14 Kreativmodi von Expressiv, Retro, High- und Low-Key, Sepia, Monochrom, Impressiv, Cross-Prozess, Miniatureffekt, Weichzeichner und Sternfilter – um mal die Wichtigsten zu nennen. Man sollte sich übrigens von der Darstellung auf dem Monitor nicht täuschen lassen. Da steht an der Seite je nach Anzeige 1/5 oder 1/7. Wenn man durchblättert, kommen dann eben nur fünf oder sieben Kreativprogramme. Der Trick: Neben dem Hauptbild sind noch zwei oder drei kleine Vorschaubildchen und auf die muss du tippen, um zwischen den 14 Varianten zu wählen. Dann gibt's auf dem Wahlrad noch den Punkt SCN – klar: Die Motivprogramme, 23 an der Zahl. Und Panasonic hat sich da was ganz besonderes einfallen lassen: Die Namensgebung. Da heißt es nicht mehr "Landschaft" sondern "Ausgeprägte Szenerie". Weitere Beispiele gefällig? Bitteschön: Romantisches Abendrot, Weiches Bild einer Blume, Verlockende Speisen. Süßes Dessert und Entspannter Farbtonus. Prima, da weiß man doch gleich, was einen erwartet und zum besseren Verständnis wird natürlich ein Beispielfoto gezeigt. 

Nun kommen wir noch zu meinen beliebten Individual-Einstellungen C1 und C2. Es lassen sich jedoch nicht nur zwei Einstellungen speichern, sondern insgesamt vier. Und so geht's: Wahlrad auf das Programm stellen, was man möchte und sämtliche Einstellungen vornehmen: ISO, Autofokus, Auflösung, und, und und. Nun das Individual-Menü aufrufen und gleich den ersten Punkt "Ben. Einst. Spch." wählen. Da kannst nun den Speicher festlegen, auf dem die Einstellung abgelegt werden soll. Aufgerufen wird das – klar – mit einem Dreh auf die entsprechende Position. Wenn du C2 wählst kannst du zusätzlich zwischen C2-1, C2-2 und C2-3 wählen. Dazu einfach die OK-Taste drücken auf den Punkt "Individual-Modus" gehen und zwischen den drei Speichern wählen – fertig. Wenn man weiß, wie's geht, ist die Funktion einfach zu nutzen und praktisch.

Die Funktionen des Vierwege-Schalters sind selbsterklärend – zur Lesbarkeit der Tastenbeschriftung hatte ich mich ja schon augelassen. Auch die übrigen Tasten verlangen keine großartigen Erklärungen. Auf der Oberseite ist der Zoomhebel, der Filmauslöser und die iA-Taste. Etwas böse formuliert ist das die Deppen-Taste. Drückt man die, leuchtet sie zu allem Überfluss auch noch strahlend blau, so dass jeder sieht, dass man keine Ahnung von Fotografie hat. Denn: In dieser Einstellung macht die DMC-G5 alles automatisch – nur nicht das Motiv finden. Ehrlich gesagt, nutze ich die Funktion zwischendurch auch mal gerne. Ich muss mich um nichts mehr kümmern, die Kamera erkennt das Motiv, wählt das entsprechende Programm und dazu natürlich alle anderen Belichtungsparameter. Ach ja, iA heißt übrigens intelligente Automatik. Und das mit dem Deppen ist natürlich nicht ernst gemeint.

Neben den Tasten und dem Vierwegeschalter auf der Kamerarückseite gibt es da noch ein kleines Drehrad rechts neben der Daumenstütze. Das ist nicht nur ein Drehrad, sondern man kann es auch noch drücken und so verschiedene Funktionen aktivieren. Die sind je nach Einstellung unterschiedlich. Bei Belichtungs- und Blendenautomatik wird darüber Belichtungszeit oder Blende gewählt. In der manuellen Einstellung kann per Tastendruck zwischen Blende und Belichtungszeit umgeschaltet werden. In den übrigen Programmen lässt sich darüber die Belichtungskorrektur steuern. Ich hätte mir lieber ein großes Drehrad auf der Kamerarückseite gewünscht, so wie es die Olympus PEN-Modelle haben. Ich finde das kleine Rad der G5 etwas fummelig, weil es nicht weit genug aus dem Gehäuse herausschaut. Dadurch fällt es umso mehr auf, dass es sich recht schwergängig dreht.

Erwähnenswert ist noch die Q.MENU-Taste rechts neben dem Sucher. Wird die gedrückt, kannst du die wichtigsten Punkte, wie Auflösung, Autofokus-Modus, Beichtungsmessung und ISO-Empfindlichkeit schnell einstellen. Am einfachsten geht das per Touchscreen. Dazu auf den einzustellenden Punkt tippen und schon öffnet sich das Auswahlmenü. Stattdessen geht die Navigation natürlich auch per Vierwegeschalter: Mit links und rechts weiterblättern und mit oben oder unten in die Auswahlpunkte springen – Punkt wählen und mit OK bestätigen.

Insgesamt finde ich die Navigation und Bedienung der Panasonic Lumix DMC-G5 sehr gelungen. Nach kurzer Zeit findet man sich schnell zurecht und kann alle wichtigen Einstellungen schnell ausführen. Besonders clever finde ich die Funktion mit dem schiebbaren Fokusfeld. Während meines heutigen Foto-Ausflugs hab die Funktion gerne genutzt: tiefstehende Sonne, daher Arbeit mit dem Sucher und ein Motiv, bei dem sich das scharf zu stellende Bildelement auch noch leicht bewegt hat. Monitor rausgeklappt, Finger drauf und während ich durch den Sucher blicke den Autofokus-Punkt verschoben. Das klappt echt prima und ist eine tolle Funktion. Ich frage mich, warum die erst jetzt darauf gekommen sind.

Über die Foto-Bude

Willkommen in der Foto-Bude. Mein Name ist Ralf Spoerer. Im September 2012 habe ich die Foto-Bude gegründet. Davor habe ich mehr als sieben Jahre für eine der führenden Multimedia-Zeitschriften als leitender Redakteur gearbeitet. Bis heute habe ich hunderte Digitalkameras getestet und hervorragende Kontakte zu allen Kameraherstellern aufgebaut. Bei meinen Tests in der Foto-Bude ist es mir wichtig, verständlich zu schreiben. Ich überfrachte meine Artikel nicht mit Unmengen technischer Daten, sondern lege Wert darauf, dem Leser Unterstützung bei seiner Kaufentscheidung zu geben. Aber auch nach dem Kauf sollen meine Berichte eine praktische Hilfe sein, um das best mögliche aus der Kameras herauszuholen. Ich ergänze das mit meinen ausführlichen Videos auf meinem YouTube-Kanal und den Bildern auf Flickr. Noch mehr zum Konzept der Foto-Bude gibt es HIER.

 

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