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Olympus OM-D E-M1 – Systemkamera

Hier geht' zum großen Vergleichstest zwischen
Olympus OM-D E-M1 und Panasonic Lumix DMC-GX7

Die Olympus E-5 ist tot, es lebe die E-5. Schon seit einiger Zeit wird über einen Nachfolger der Olympus Spiegelreflexkamera E-5 spekuliert. Zuletzt bekam die Debatte Nahrung während der Photokina 2012. Da versprach Olympus, dass es einen Nachfolger geben werde. Seitdem warten die Olympus-Freunde auf ein entsprechendes Modell – die Rede war immer von einer E-7. Nun hat Olympus die Katze aus dem Sack gelassen: Der Nachfolger der E-5 ist die OM-D EM-1. Das heißt: Aus dem Haus Olympus wird es keine Spiegelreflexkamera mehr geben! Der japanische Kamerahersteller setzt ausschließlich auf das spiegellose Micro-Four-Third-System – ohne Wenn und Aber ... Punkt!

Wie ist Olympus zu dieser Entscheidung gekommen? Die Ingenieure haben zunächst beide Systeme weiterentwickelt: Das Spiegel-System Four-Third und das spiegellose Micro-Four-Third. Für beide System wurden theoretische Protypen entwickelt – mit der Ausstattung, Größe und Gewicht, wie eine solche Kamera im entsprechenden System aussehen müsste. Eins war dabei für Olympus schon im Vorfeld klar: Nur eine der beiden Kameras würde es in die Regale der Fotogeschäfte schaffen. Was folgte war ein Vergleich der Vor- und Nachteile beider Systeme. Größe, Gewicht, Tempo bei Serienbild und Auslöseverzögerung, Bildqualität und Ausstattung waren dabei die wichtigsten Faktoren.

Fangen wir mit der Bildqualität an: Da gibt es keine Unterschiede. Beide Kameras arbeiten mit den gleichen Sensoren – gleiche Pixelzahl, gleiche Größe. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist ein 16 Megapixel Live MOS-Sensor mit den Abmessungen 17,3 x 13,0 Millimeter. Hier kann keine der beiden Modelle einen Vorteil für sich herausarbeiten. Beim Punkt Ausstattung gibt es auch keine wesentlichen Unterschiede. In beide Kameras können die gleichen Funktionen eingebaut werden – bis auf einen Punkt: Den Sucher. Hier arbeitet die Spiegelreflex – also quasi die E-7 – mit einem optischen Sucher  und die OM-D mit einem elektronischen Sucher. Nun kann man sich vortrefflich darüber streiten, welcher der beiden nun besser ist. Fest steht aber, dass ein optischer Sucher auf Grund der optischen Gesetze in seiner Größe limitiert ist. Sprich, ohne erheblichen Lichtverlust und einige Klimmzüge kann das Sucherbild nicht beliebig vergrößert werden.

Hier hat der elektronische Sucher einen klaren Vorteil. Den kann man im Prinzip so groß machen, wie man möchte. Die Grenze ist dabei durch den maximalen Blickwinkel des Auges begrenzt. Wer schon mal einen Blick durch den VF4 von Olympus geworfen hat – den neuen Aufstecksucher für die PEN-Serie –, dem wird das große Bildfeld aufgefallen sein. Die Größe entspricht der Größe des Suchers der Vollformatkamera Canon EOS-1D X, dem zur Zeit größten Sucher bei Kleinbildkameras. Vergleicht man das mit dem Sucherbild der E-5, so schneidet die deutlich schlechter ab. Zudem hat der elektronische Sucher noch einen zusätzlichen Vorteil: Alle Aufnahmedaten können eingeblendet werden, die Menüs lassen sich anzeigen und das aufgenommene Bild kann angezeigt werden. All das ohne einen Blick auf den Kontrollmonitor – auch bei hellem Licht. Nun könnte das Argument kommen: Ein elektronischer Sucher kann niemals ein so klares Bild zeigen, wie ein optischer Sucher. Meine persönliche Meinung dazu: Im Prinzip ja, aber bei 2,3 Millionen Bildpunkten des elektronischen Suchers habe ich ein so klares Bild, dass ich gerne auf einen optischen Sucher verzichte. Und das sage ich als ehemals eiserner Verfechter von optischen Suchern. Im Ergebnis heißt das: Vorteil für die OM-D.

Nächster Punkt: Größe und Gewicht. Hier gibt wenig zu diskutieren, denn die OM-D hat hier klare Vorteile. Kein Spiegel heißt: Kompaktere Bauweise und weniger Gewicht. Und natürlich auch weniger Verschleißteile und bewegliche Teile. Der Punkt geht klar an die OM-D.

Bleibt als letzter und wichtiger Punkt die Geschwindigkeit. Und hier steht das immer wieder gleiche Problem von Systemkameras auf dem Zettel: Die Frage nach dem schnellen Phasendetektions-Autofokus, den nur Spiegelreflexkameras haben. Den kann eine Systemkamera nicht ohne weiteres bieten, sondern nur einen Kontrast-Autofokus. Olympus stand also vor der Aufgabe, dieses Problem zu lösen, um konkurrenzfähig zu sein und mindestens das gleiche Autofokus-Tempo zu erreichen, wie das der E-5. Sonst wären alle anderen OM-D-Pluspunkte hinfällig. Den Weg, den Olympus geht, sind dabei schon andere Hersteller gegangen: Auf dem Bildsensor der OM-D E-M1 sind im mittleren Bereich des Sensors Phasendetektions-Pixel integriert. Genau 37 Autofokusfelder für das Phasendetektionsverfahren sind auf dem 16 Megapixel-Sensor integriert. Damit kann die OM-D – zumindest theoretisch – mit der E-5 gleichziehen.

Erklärung: Phasendetektions-Autofokus bei Spiegelreflexkameras

Der Phasendetektions-Autofokus arbeitet bislang mit einem eigenen Sensor, der nur für die Ermittlung des Fokus zuständig ist. Hinter dem Hauptspiegel einer Spiegelreflexkamera ist ein zweiter Hilfsspiegel, der ein Teil des Lichtes auf den Autofokus-Sensor reflektiert. Der Hauptspiegel ist in diesem Bereich lichtdurchlässig. Wenn Sie eine Spiegelreflexkamera haben, können Sie sich das selbst anschauen, in dem Sie den Hauptspiegel bei abgenommenen Objektiv ganz vorsichtig nach oben klappen. Dann sehen sie den kleinen Hilfsspiegel, wie dieser ebenfalls einklappt. Unter dem Hauptspiegel ist ein kleiner Schacht erkennbar, in dem der Phasendetektions-Autofokus-Sensor sitzt.

Wenn nun dieser Spiegel fehlt - wie eben bei einer Systemkamera oder Kompaktkamera -, kann das Licht auch nicht mehr auf einen speziellen Sensor gelenkt werden. Der Autofokus wird dann ausschließlich über den Kontrastautofokus des Hauptsensors gesteuert. Mit einem Trick integrieren einige Hersteller – darunter jetzt auch Olympus mit der E-M1 - nun in den Hauptsensor den Phasendetektions-Autofokus. Dabei werden einzelne Bildpunkte auf dem Hauptsensor in Phasendetektions-Sensoren getauscht.

Einziger Nachteil dieses Systems: Eine bestimmte Anzahl der 16 Millionen Bildpunkte fällt für die Aufzeichnung des Fotos weg, da die ja für den Autofokus genutzt werden. Die Elektronik muss diese fehlenden Punkte durch Algorithmen quasi berechnen. Im Normfall führt das allerdings nicht zu einer sichtbaren Verschlechterung des Bildergebnisses. Bei der E-M1 konnte ich bei meinen bisherigen Tests keine Unterschiede zum Bildergebnis der E-PL5 erkennen, deren Sensor keine Phasendetektions-Pixel hat. Wichtig: Diese Aussage bezieht sich nicht auf das Gesamtergebnis der Bildqualität, sondern nur auf die Frage, ob die fehlenden Pixel das Ergebnis negativ beeinflussen.

All das bedeutet: Die OM-D E-M1 hat nur Vorteile gegenüber einem vergleichbaren Spiegelreflexmodell – so sieht Olympus das und hat sich deswegen für die Systemkamera entschieden und das Ende der Spiegelreflex-Ära besiegelt. Die E-5 ist tot, es lebe die E-M1.

Hier die Unterschiede zwischen der neuen Olympus OM-D EM-1 und der alten E-5:

 

Die Ausstattung

Da wäre als erstes der 16 Megapixel Bildsensor, der von Grund auf neu konstruiert wurde. Musste er auch, denn die Phasendetektions-Pixel mussten schließlich integriert werden. Und wenn wir schon beim Sensor sind: Die E-M1 ist die erste Olympus, in der kein Tiefpass-Filter eingebaut ist. Damit ist auch klar, dass die E-M5 – die Ur-OM-D – und die E-P5 noch einen Tiefpass-Filter haben. Es gab ja Spekulationen darüber, dass zumindest die E-P5 keine Tiefpass-Filter habe. Olympus verspricht sich davon bei der E-M1 noch einen Tick mehr Bildqualität und mehr Schärfe. Bleiben wir noch beim Autofokus-System. Nun gibt es ja die 37 Phasendetektions-Sensoren im Zentrum den Chips. Für die gibt es allerdings eine Einschränkung: Sie arbeiten immer nur dann, wenn an die E-M1 ein Four-Third-Objektiv per Adapter angesetzt ist. Wird die Kamera mit einem Micro-Four-Third-Objektiv (MFT) verwendet, geschieht das Scharfstellen über den "normalen" Kontrast-Autofokus. Hier arbeiten 81 Autofokuspunkt, die über nahezu die gesamte Fläche des Sensors verteilt sind. Lediglich am Rand gibt es keine Autofokusfelder. Der Fotograf hat übrigens keine Wahl, zwischen beiden Systemen manuell zu wählen, die E-M1 wechselt zwischen beiden Verfahren automatisch. Ob das immer so bleiben wird, oder ob Olympus das per Firmware-Update irgendwann mal ändern wird, bleibt offen. Übrigens: Keine Regel ohne Ausnahme. Bei Verwendung eines MFT-Objektivs und der Einstellung kontinuierlicher Autofokus (AF-C) so kann – je nach Motiv – die Kamera automatisch auf den Phasendetektions-Autofokus umschalten. Einen Einfluss hat der Fotograf darauf allerdings nicht. Im Praxistest wird sich zeigen, wie das in Praxis funktioniert ... ich bin schon sehr gespannt.

Bleiben wir beim Tempo. In der Serienbildfunktion legt die E-M1 mit zehn Bildern pro Sekunde ein wirklich sehr flottes Tempo vor. Wobei die Geschwindigkeit nur mit Einzel-Autofokus erreicht wird. Sprich: Die Kamera stellt bei der ersten Aufnahme aufs Motiv scharf und behält diese Fokus-Einstellung für die folgenden Serien-Aufnahmen. Soll bei jeder Aufnahme individuell scharf gestellt werden, sinkt die Geschwindigkeit auf immer noch üppige 6,5 Bilder pro Sekunde. Bei der Serienbildaufnahme fällt mir der extrem leise Verschluss auf. Das Auslösegeräusch ist extrem gefällig, hört sich sehr weich und harmonisch an. Apropos Verschluss: Einen elektronischen Verschluss hat die E-M1 nicht. Darauf hat Olympus verzichtet, da die Einschränkungen – Rolling Shutter und ISO-Begrenzung – zur Zeit noch zu groß sind – so Olympus. Und der einzige Vorteil – das geräuschlose Auslösen – konnte durch den sehr leisen Verschluss halbwegs ausgeglichen werden.

Was steckt sonst noch in der E-M1? Da wäre das eingebaute WLAN-Modul. Das hat deutlich mehr zu bieten, als das der PEN E-P5. Konnte man bei der E-P5 das Live-Bild auf ein Smartphone übertragen, war es dann nur möglich, minimale Kameraeinstellungen in der Funktion iAuto vorzunehmen. Und natürlich den Auslöser fernsteuern. Bei der E-M1 geht da deutlich mehr. Hier lassen sich in den Belichtungsprogrammen P, A, S und M diverse Einstellungen vornehmen. Und: In der LIve-bulb-Funktion lässt sich das Bild auch aufs Smartphone übertragen. Das bedeutet: Du kannst die Kamera aufs Stativ stellen, dich bequem in den Sessel setzen und mit dem Smartphone die Kamera steuern. Das geht sogar so weit, dass du sie draußen auf die Terrasse stellen kannst uns selbst bequem im Sessel vor dem Kamin sitzt. Im Winter geht das sogar bis zu einer Temperatur von -10 Grad Celsius. Denn Olympus garantiert, dass die Kamera bis zu dieser Temperatur einwandfrei funktioniert. Ach ja: Regnen dürfte es bei der Langzeitaufnahme auch, denn wie die OM-D ist auch die neue OM-D E-M1 spritzwasser- und staubgeschützt. Noch mal zurück zum Thema WiFi. Die Verbindung wird wie bei Olympus gewohnt per QR-Code hergestellt. Leider fehlt immer noch die Funktion, ein aufgenommenes Bild im Hintergrund ans Smartphone zu schicken. Hier ist Panasonic mit seiner DMC-G6 und DMC-GX7 weiter. Ach ja - was ist Live-bulb? Das ist die praktische Langzeitbelichtung bei Olympus. Waurm praktisch? Weil bei der Langzeitbelichtung das Bild langsam auf dem Bildschirm aufgebaut wird. So hat man eine perfekte Kontrolle darüber, wie weit die Belichtung fortgeschritten ist.

Ein paar weitere Punkt: Die kürzeste Belichtungszeit beträgt 1/8000 Sekunde, die höchste ISO-Empfindlichkeit ISO 25600. Wieder mit an Bord ist der 5-Achsen-Bildstabilisator, der rund vier Blendenstufen bringt. Nur Olympus hat diesen Stabi, auf den der Kamerahersteller auch ein Patent hat. Üblich sind Stabilisatoren, die ausschließlich das waagrechte und senkrechte Zittern der Hand ausgleichen. Der Olympus Stabi gleicht auch noch die Bewegung der Kamera nach vorne und hinten, sowie das Verdrehen der Kamera aus. Schon bei der OM-D empfand ich diesen Stabi als extrem leistungsfähig, bei der E-M1 soll er noch mal optimiert sein. Wieder mit an Bord 24 Aufnahmeprogramme – Porträt, e-Porträt, Landschaft, Landschaft mit Porträt, Makro, Sport, Nachtaufnahme, Nachtaufnahme mit Porträt, Kinder, High Key, Low Key, Digitale Bildstabilisation, Natur-Makro, Kerzenlicht, Sonnenuntergang, Dokumente, Panorama, Feuerwerk, Strand und Schnee, Fish-Eye-Konverter, Makro-Konverter, 3D, Weitwinkel-Konverter, Handheld-Starlight – und zwölf Art Filter: Pop Art, Weichzeichner, Blasse und helle Farbe, Leicht Tönung, Körniger Film, Lochkamera, Modellbau, Crossentwicklung, Dramatischer Ton, Zartes Sepia, Key Line und Aquarell. Alle Filter können zusätzlich individuell angepasst werden. Ein Leckerli ist neu: Bei dem Filter "Modellbau" (Diorama) kann der Punkt, der scharf abgebildet werden soll, mit dem Fokuspunkt gekoppelt werden. So kann man beispielsweise ein Porträt fotografieren bei dem der Fokus auf dem Auge liegt und der Bereich außenrum unscharf dargestellt wird. 

Den elektronischen Sucher hatte ich bereits erwähnt. Hier noch mal die Fakten dazu: 2,3 Millionen Bildpunkte, Dioptrienkorrektur von -4.0 bis +2.0, selbstverständlich werden 100% des Motivs abgebildet und die Austrittspupille beträgt 21 Millimeter. Die Vergrößerung hat den Faktor 1,48fach mit einem 50mm-Objektiv. Die Helligkeit und die Farbtemperatur kann in +/- sieben Stufen angepasst werden. Wobei Olympus hier eine Neuerung einführt. Fotografiert man in sehr heller Umgebung wird die Helligkeit automatisch ein wenig angehoben, wird in dunkler Umgebung fotografiert, wird das Sucherbild etwas abgedunkelt. Das Ergebnis: Der Motiveindruck wird besser im Sucherbild dargestellt. Ich hab das bereits ausprobieren können und fand das Ergebnis sehr gut. Das Bild dunkelt leicht ab, aber nicht so stark, dass ich nichts mehr erkennen würde. Die Funktion lässt sich übrigens ausschalten. Dann noch die Daten zum Kontrollbildschirm: Diagonale 7,6 Zentimeter, eine Million Bildpunkte, klappbar 90 Grad waagrecht und 45 Grad nach unten, Helligkeitsanpassung in +/- sieben Stufen. Ach ja, da diese Frage immer mal wieder auftaucht: Werden Über- und Unterbelichtung entsprechend auf Sucher und Kontrollbildschirm angezeigt? Nein, werden Sie nicht. Das Bild auf dem Monitor und im Sucher hat immer die gleiche Helligkeit, lediglich die Belichtungsanzeige zeigt an, ob über- oder unterbelichtet ist.

Wie schon die OM-D hat auch die E-M1 keinen eingebauten Blitz. Ein Aufsteckblitz wird aber mitgeliefert. Seine Leitzahl beträgt zehn bei ISO 200, die Synchronisationszeit 1/320 Sekunde. Verschiedene Blitzmodi können gewählt werden. Außerdem kann der Blitz als Master-Blitz für die Steuerung weiterer Blitze genutzt werden. Vier Kanäle lassen sich indiduell von der Kamera aus steuern.

Noch ein paar Sätze zur Datenspeicherung. Die OM-D hat einen SD-Kartenschacht, auf einen zweiten hat Olympus verzichtet. Fotos können selbstverständlich im JPEG- und RAW-Format gespeichert werden – jeweils nur, oder beide Formate gleichzeitig. Vier verschiednen Aufnahmeformate stehen zur Wahl: 4:3 (und 3:4), 3:2, 1:1 (hier 6:6) und 16:9. Der Weißabgleich lässt sich neben der automatischen Einstellung in verschiedenen Voreinstellungen anpassen. Außerdem individuell im Bereich von 2000 bis 14000 Kelvin. Mit von der Partie natürlich wieder die Videofunktion. Aufnahmen lassen sich im Full-HD-Format (1920 x 1080 Bildpunkte) mit einer Wiederholrate von 30p (progressive = 30 Vollbilder pro Sekunde) und einer Datenrate von 24 Mbps (Megabit pro Sekunde) aufzeichnen. Die Datenrate kann auf 16 Mbps abgesenkt werden und die Auflösung auf das kleine HD-Format (1280 x 720 Bildpunkte) reduziert werden. Diese Einstellungen werden im AVCHD-Format gespeichert. Zusätzlich steht noch das AVI-Format zur Wahl. Hier stehen die Auflösungen 1280 x 720 und 640 x 480 jeweils bei 30p zur Verfügung. Eingebaut ist ein Stereo-Mikrofon, ein externes Mikro kann angeschlossen werden. Ausgeben lassen sich Videos und Fotos über den HDMI-Anschluss (Micro-Stecker Typ D) auf entsprechende Flachfernseher oder PC-Monitore. 

Hier noch die obligatorischen Angaben zu Größe und Gewicht: Die OM-D E-M1 wiegt inklusive Akku und Speicherkarte knapp 500 Gramm und ist damit rund 75 Gramm schwerer als die E-M5. Die Abmessungen 13,0 Zentimeter breit, 9,4 Zentimeter hoch und 6,3 Zentimeter tief. Im Vergleich dazu die E-M5: 12,1 x 9,0 x 4,2 Zentimeter. Die Neue ist etwas größer, vor allem bei der Tiefe sind das rund zwei Zentimeter. Der Hauptgrund dafür ist der deutlich kräftigere Handgriff. Kräftiger heißt hier vor allem etwas tiefer und griffiger ausgearbeitet. Mehr dazu und zur Bedienung im folgenden Kapitel. 

Mit der neuen Kamera startet Olympus auch eine neue Objektivreihe: Die PRO-Serie. Das erste Objektiv wird es zum Start der OM-D E-M1 geben, das neue Kit-Objektiv 12-40mm f2.8. Mit einer duchgängigen Lichtstärke von f2.8 hat es ordentlich was zu bieten und wir der neuen Kamera gerecht. Wie die Kamera selbst, ist das neue Objektiv spritzwasser- und staubgeschützt. Im Laufe des nächsten Jahres erwartet die Fotografen dann ein weiteres Highlight aus der PRO-Serie: das 40-150mm ebenfalls mit einer durchgängigen Lichtstärke von f2.8. Erscheinungsdatum und Preis stehen allerdings noch nicht fest. 

Die Bedienung und Menüs

Die Menüs hat Olympus bei der E-M1 in bewährter Manier gestaltet: Zwei Aufnahme-Menüs (Symbol Kamera), Wiedergabe-Menü (Symbol Pfeil), Anwender-Menü (Symbol Zahnräder), Zubehörschuh-Menü (Symbol Blitzschuh) und Einstellungs-Menü (Symbol Schraubenschlüssel). Wie gehabt lassen sich das das Anwender- und Zubehörschuh-Menü im Eintellungs-Menü unter dem Menü-Punkt "Menü-Anzeige" ein- und ausschalten. Wer das nicht weiß, sucht zahlreiche Einstellungen der Kamera vergebens, denn die vielen Punkte des Anwender-Menüs fehlen, wenn das Menü in der Übersicht nicht eingeblendet ist.

Die Navigation innerhalb der Menüs geht nicht per Touchscreen, sondern ausschließlich per Vierwege-Kombischalter auf der Kamerarückseite oder mittels der beiden Drehräder auf der Kameraoberseite. Und damit geht die Navigation besonders fix. Mit dem hinteren Drehrad kann man von Menüpunkt zu Menüpunkt nach oben oder unten springen, mit dem vorderen Drehrad navigiert man nach rechts oder links in den einzelnen Menüpunkt. Hier hat Olympus das Konzept der E-P5 übernommen. Und schneller würde es per Touchscreen auch nicht gehen.

Wie gehwohnt kann in den Menüs alles erdenkliche eingestellt werden. Der Profi freut sich darüber, der Einsteiger kann damit auch schnell mal überfordert sein. Die meisten Menüpunkte sind glücklicherweise selbsterklärend und es lassen sich kleine Hilfe-Texte einblenden. Dazu einfach die Taste "Info" drücken, während du in den Menüs bist. Genauso werden die Hilfetexte wieder ausgeschaltet. Ein wichtiger Punkte, der die Bedienung der Kamera erheblich erleichtert, ist das sogenannte Mega-Menü. Das muss allerdings zunächste aktiviert werden. So geht's: Im Anwender-Menü (Symbol Zahräder) auf den Unterpunkt "D. Display" gehen und dann auf "Kontrolle Einst.". Nun bei den Punkten "iAuto", "P/A/S/M", "ART" und "SCN" jeweils die alle Punkte – je nach Auswahl sind das zwei oder drei – auf "Ein" stellen. Wie das Ganze dann aussieht, erkennt man, sobald man in einem der Belichtungs-Programme die OK-Taste drückt. Mit einem Druck auf die Info-Taste kann man nun zwischen den verschiedenen Einstell-Menüs für die wichtigsten Belichtungs-Parameter umschalten. Maximal drei Ansichten werden gezeigt. In der normalen Ansicht, sind die Einstell-Punkte am rechten Bildschirmrand aufgeführt und können per Vierwege-Kombischalter oder mit den beiden Drehrädern angesteuert werden. In der nächsten Ansicht, werden alle Kamera-Einstellungen auf dem Bildschirm in Vollansicht gezeigt – dem sogenannten Mega-Menü. Der Vorteil: Hier kann man nicht nur per Tasten und Drehrädern navigieren, sondern auch per Touchscreen. Einfach den gewünschten Punkt antippen und dann per vorderem Drehrad den gewünschten Wert einstellen. Ist der Wert eingestellt, kann der nächste verändert, oder einfach der Auslöser kurz angetippt werden.

Schon jetzt zeigt sich, wie praktisch die Navigation mit den beiden Drehrädern funktioniert. Und die können je nach gewähltem Belichtungsprogramm in individuell belegt werden. Zu finden ist das im Anwender Menü (Symbol Zahnräder) "B. Taste/Wahlrad/Schalter" unter dem Punkt "Eintellfunktion". Hier lassen sich die Funktionen der beiden Drehräder für die Belichtungsprogramme P, A, S und M, sowie die Navigation im KameraMenü und die Wiedergabefunktion gezielt belegen. Dabei kann allerdings nur zwischen verschiedenen Vorgaben gewählt werden, eine ganz individuelle Belegung ist nicht möglich. Allerdings kann über den kleinen Schalter auf der Kamerarückseite die Funktion der beiden Einstellräder nochmal umgeschaltet werden. Dabei stehen vier Varianten zur Verfügung. Mein Favorit ist dabei "mode 1". In dieser Einstellung haben die beiden Drehrader in der Einstellung "1" die zuvor gewählten Funktionen und in der Einstellung "2" auf dem vorderen Drehrad die ISO-Empfindlichkeit und auf dem hinteren den Weißabgleich. 

Ist man beispielsweise in der manuellen Belichtungssteuerung "M" und der Schalter steht auf "1", so wird am vorderen Drehrad die Blende, am hinteren die Belichtungszeit eingestellt. Wird der Hebel auf "2" gestellt, so werden am vorderen Drehrad die ISO-Empfindlichkeit und am hinteren der Weißabgleich eingestellt. Das geht echt flott und macht richtig Spaß. Aber auch hier gilt: Einarbeiten, lernen und fotografieren. Nur wer mit der E-P5 "arbeitet" vergisst die vielen Funktionen nicht so schnell.

Meine Einschätzung

Der Schritt von Olympus ist sehr mutig, das alte E-System sterben zu lassen und nur noch auf das MFT-System zu setzen. Betrachtet man die Entscheidung allerdings rein objektiv, so ist der Weg von Olympus nur konsequent. Denn zwei Systeme parallel zu entwickeln wäre ein zu großer Aufwand. Zumal das E-System genau den gleichen Sensor verwendet, wie das MFT-System. Bei den übrigen Punkte gibt es – bis auf den Autofokus und den optischen Sucher – keine Nachteile für das MFT-System. Wobei: Ich persönlich empfinde den elektronischen Sucher nicht als nachteilig. Eingefleischte Analog- und Spiegelreflex-Fotografen werden des allerdings vermutlich anders sehen. Und was das Tempo beim Autofokus anbelangt: Mein Praxistest in den nächsten Tagen wird zeigen, ob Olympus seine Hausaufgaben gemacht hat.

Ach ja, vielleicht sollte ich noch was zum Preis sagen:

Die Olympus OM-D E-M1 kostet 1499 Euro … nur das Gehäuse.
Die Kamera mit dem neuen Standardzoom 12-40mm f2.8 PRO kostet im Set 2199 Euro.
Das Objektiv allein schlägt mir 1000 Euro zu Buche.

Die OM-D E-M1 kann bereits bei Amazon vorbestellt werden:

In der Version mit dem alten 12-50mm-Objektiv In der Version mit dem neuen 12-40mm-PRO-Objektiv

Ein erstes Video zur OM-D E-M1 gibt auf meinem YouTube-Kanal:

Weitere Produktfotos von der Olmypus OM-D E-M1 gibt es auf meinem Flickr-Konto:

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