Nahaufnahmen (Makro) richtig gestalten

Nahaufnahmen haben eine ganz besonderen Reiz. Sie zeigen Kleinigkeiten, die sonst meist wenig Beachtung finden. Seien es Blüten, Klein-Tiere, Steine oder andere spannende Details. Für eine gute Nahaufnahme (Makro) gilt es einiges zu beachten. Erste Voraussetzung ist eine Kamera mit Mkrofunktion oder bei System- und Spiegelreflexkameras ein Makro-Objektiv. Einige Zoomobjektive haben eine Makro-Einstellung. Damit lassen sich auch gute Aufnahmen machen, allerdings kann man das Motiv nicht so stark vergrößern wie bei speziellen Makro-Objektiven. Die kosten ab rund 250 Euro. Bei den meisten Kompaktkameras gibt eine Makro-Funktion. Eine kleine Blüte auf einem der Knöpfe oder Drehräder deutet auf diese Funktion hin. Einige Kameras haben zusätzlich eine Sper-Makro-Funktion, mit der besonders nach ans Motiv ran kann.

Am besten gelingen Makroaufnahmen von einem Stativ. Damit hat man die Möglichkeit den Motivausschnitt präzise festuzlegen. Bei Nahaufnahmen kommt es häufig auf jeden Millimeter an. Und nichts ist ärgerlicher, als eine wunderschöne Blüte zu fotografieren, von der die Spitzen der Blütenblätter abgeschnitten sind. Versuchen Sie sich bei Makroaufnahmen auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ein wildes Blütenmeer sieht wesentlich langweiliger aus, als eine einzige Blüte perfekt in Szene gesetzt. Zum Vergleich das Bild unten, das mehr Blüten als die Aufnahme oben zeigt. Das Auge des Betrachters wird weniger geführt und mehr abgelenkt.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Hintergrund darf nicht vom eigentlichen Motiv ablenken. Um das zu erreichen, sollten Sie eine große Blende wie etwa f 2.0 wählen. Damit erreichen Sie, dass die Aufnahme nur eine geringe Schärfentiefe hat und ausschließlich die Blüte scharf abgebildet ist. Haben Sie bei der Kamera das Makroprogramm gewählt, stellt sie automatisch die entsprechende Blende ein. Ein zusätzlicher Vorteil der großen Blende: Die Belichtungszeit ist recht kurz, was ein Verwackeln der Aufnahme verhindert. Gerade bei Makroaufnahmen in der Natur ist die besonders groß, da schon der kleinste Windhauch für minimale Bewegung des Motiv sorgt und damit die Gefahr einer unscharfen Aufnahme wächst. Aprospos Wind: Für Außenaufnahmen gibt es im Fachhandel einen durchsichtigen Schirm, den man über den Aufnahmegegenstand und die Kamera halten kann. Dadurch wird der Wind abgehalten.

Eine weitere Hilfe für gelungene Nahaufnahmen ist ein Fernauslöser. So muss die Kamera beim Auslösen nicht angefasst werden, was das Risiko des Verwackeln erheblich mindert. Haben Sie keinen Fernauslöser, kann auch mit dem Selbstauslöser gearbeitet werden. Stellen Sie den auf zwei oder zehn Sekunden ein und auch so müssen Sie die Kamera beim Auslösen nicht anfassen. Für Spiegelreflexkameras gibt es bei den meisten Modellen noch zusätzlich die Möglichkeit der sogenannten Spiegelvorauslösung. Dabei ist der Spiegel bereits vor der Aufnahme manuell nach oben geklappt. Bei der Aufnahme arbeitet nur noch der Verschluss. Auch das trägt zur Minimierung der Vefrwacklungsgefahr bei. 

Achten Sie bei den Aufnahmen darauf, nicht zu nach ans Motiv zu gehen. Sonst kann es passieren, dass die Kamera einen Schatten wirft und das Motiv nicht mehr gleichmäßig beleuchtet ist. Generell ist es besser, wenn das Licht leicht seitlich auf das Motiv fällt. Dadurch entstehen winzige Schatten, die für optische Tiefe sorgen. Fällt das Licht direkt von Vorne aufs Motiv, sieht es meist sehr flach und unstruktutiert aus. Ein interessanter Effekt kann entstehen, wenn man gegen die Sonne fotografiert und das Licht die Blütenblätter quasi durchleuchtet.